Altersflecken durch Solarium: So schädlich ist die künstliche Sonne!

Altersflecken durch Solarium: So schädlich ist die künstliche Sonne

Redaktion, 29. JUNI 2022

Altersflecken lasern

Das Solarium ist sehr beliebt, doch wie hoch ist das Risiko für Altersflecken?

Ein sonnengebräunter Teint ist für viele Menschen ein Attraktivitätsmerkmal. Das Problem in unseren Breitengraden ist allerdings, dass lediglich der kurze Sommer die Möglichkeit gibt, die blasse Haut zu bräunen. Um dennoch das ganze Jahr über so auszusehen, als käme man frisch aus dem Urlaub, legen sich viele unter die Sonnenbank. Insbesondere junge Frauen und Männer nutzen regelmäßig das Solarium. Über Langzeitschäden möchte allerdings kaum jemand etwas hören und dazu gehören neben Falten vor allem auch Altersflecken. Wie schädlich die künstliche Sonne wirklich für die Haut ist, erfahren Sie hier.

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Da Bleichcremes oft für ein fleckiges Hautbild sorgen und die professionelle Behandlung teuer und zeitaufwendig ist, entscheiden sich immer mehr Männer und Frauen mit Altersflecken für Hausmittel. Tatsächlich können die natürlichen Mittel Altersflecken schonend aufhellen und auch vorbeugen.

Wie entstehen Altersflecken?

Insbesondere für junge Erwachsene sind Altersflecken noch kein relevantes Thema, weshalb sich nur Wenige mit ihrer Entstehung und Prävention auseinandersetzen. Dabei spielt das gerade bei Pigmentflecken dieser Art eine wichtige Rolle, denn Altersflecken sind das Resultat von vermeidbarer UV-Strahlung.

Altersflecken selbst sind eine harmlose Pigmentstörung. Was nach außen als braune Verfärbung sichtbar ist, wird unter der Haut durch eine Anhäufung von Melanin verursacht. Melanin ist das Pigment, dass beim Sonnenbaden den Teint bräunt. Altersflecken entstehen dann, wenn die Haut in Folge regelmäßiger und andauernder Einwirkung von UV-Strahlen Schäden erlitten hat. Schuld daran sind freie Radikale, die durch oxidativen Stress die Zellen zerstören und sie somit in ihrer Funktion einschränken. Wenn nun die Haut oft der UV-Strahlung ausgesetzt wird und übermäßig viel Melanin als Schutzreaktion bildet, kann das nicht mehr vollständig abgebaut werden. Das Pigment häuft sich über die Jahre an und es bilden sich rundlich-ovale, bräunliche Flecken. Vor allem auf sonnenexponierten Körperbereichen wie dem Gesicht, den Händen und dem Dekolleté entstehen häufig Altersflecken, weswegen sie auch Sonnenflecken genannt werden.

Wie funktioniert ein Solarium?

Das Solarium wird von vielen Menschen als “künstliche Sonne” bezeichnet. Insbesondere im Winter ist die Sonnenbank beliebt, um den jahreszeitenbedingten Vitamin D-Mangel auszugleichen. Doch wie funktionieren Solarien eigentlich?

Ziel der Sonnenbank ist es, möglichst schnell eine intensive Bräunung der Haut zu erzeugen. Aus diesem Grund arbeiten Solarien hauptsächlich mit UV-A-Strahlung, deren konstante Strahlungsstärke der der der Äquatorsonne entspricht. UV-B-Strahlen hingegen sind kurzwellig und dringen nur bis zur Hautoberfläche vor. Dort regen sie die Melanozyten zur Neubildung von Melanin an und erzeugen eine verzögerte Bräunung nach ca. 1-3 Tagen.

UV-A-Strahlen sind langwellig und dringen bis in die tiefen Hautschichten ein. Sie bewirken ein Nachdunkeln bereits vorhandener Melaninpigmente in der Haut und begünstigen so eine schnelle, aber kurzzeitige Bräune. Aus diesem Grund reichen bereits kurze Sonnenbäder von 10-15 Minuten aus, um bereits eine Farbveränderung der Haut hervorzurufen.
Zugleich sind UV-A-Strahlen die Hauptursache für eine vorzeitige Hautalterung. Das tiefe Vordringen der ultravioletten Strahlung richtet bereits nach kürzester Zeit DNA-Schäden an, die irreversibel sind.

Hinweis: Für die Bildung von Vitamin D werden vor allem UV-B-Strahlen benötigt. Zwar gibt es Sonnenbänke bei denen unterschiedliche Zusammensetzungen aus UV-A- und UV-B-Strahlen genutzt werden. Doch der Anteil ist in den meisten Fällen zu gering, um die körpereigene Vitamin D-Synthese anzuregen.

Was ist der Unterschied zwischen der Sonne und dem Solarium?

Noch immer herrscht die Annahme, dass ein Solariumbesuch die natürliche Sonneneinstrahlung ersetzen könnte und die Auswirkungen auf die Haut sich kaum unterscheiden. Das stimmt so nicht. Die Unterschiede sind z.T. gravierend:

Natürliche UV-Strahlung der Sonne

  • setzt sich Zusammen aus Infrarotstrahlung (Wärme), UV-A, UV-B- und UV-C-Strahlen (werden von der Ozonschicht abgefangen)
  • UV-B-Anteil gegenüber dem UV-A-Anteil höher
  • fördert die Langzeitbräune gegenüber der Kurzzeitbräune
  • fördert die Bildung einer Lichtschwiele (dickere Hornschicht zum Schutz)
  • höhere Sonnenbrandgefahr
  • schwankende Strahlungsintensität durch Stand der Sonne, Wolken, Feinstaub etc.
  • regt Vitamin-D-Bildung an

Künstliche UV-Strahlung im Solarium

  • setzt sich zusammen aus UV-A- und UV-B-Strahlen
  • UV-A-Anteil gegenüber UV-B- Anteil deutlich höher
  • fördert die Kurzzeitbräune gegenüber der Langzeitbräune
  • kaum Bildung einer Lichtschwiele
  • geringere Gefahr für Sonnenbrand
  • konstant starke Strahlung (ca. 2-3 Mal stärker als natürliche UV-Strahlung)
  • nicht ausreichend für körpereigene Vitamin-D-Produktion

So entstehen Altersflecken durch das Solarium

Altersflecken tragen auch die Bezeichnung Sonnenflecken. Das bedeutet aber nicht, dass nur die Sonne Ursache für Pigmentstörungen dieser Art ist. In Wahrheit ist das Risiko für Altersflecken durch einen Solariumbesuch sogar noch deutlich größer.

Viele unterschätzen die Gefahr der künstlichen Sonne, denn es sind ja “nur” 15 Minuten, die man auf der Sonnenbank verbringt. Was dabei außer Acht gelassen wird: Die UV-Strahlung ist um ein Vielfaches intensiver und einen Sonnenschutz trägt kaum jemand vor dem Sonnenbaden im Solarium auf.

Die konzentrierte Wirkung der UV-A-Strahlen regt die Pigmentbildung in der Melanozyten an. Melanin wird als Schutzmechanismus der Haut gebildet. Das Pigment legt sich um die Zellkerne, um so das Ausmaß der Sonnenschäden einzudämmen. Doch auch der Eigenschutz der Haut ist begrenzt und vor allem bei regelmäßigen Besuchen auf der Sonnenbank ist dieser Mechanismus bald erschöpft. Bereits nach dem ersten Sonnenbaden tragen die tiefliegenden Hautzellen Strukturschäden davon, die nicht umkehrbar sind. Diese Strukturschäden rufen eine frühzeitige und schnelle Hautalterung hervor. Das äußert sich auf der Haut wie folgt:

  • vorzeitige Faltenbildung durch Kollagenabbau
  • Austrocknung und Volumenverlust durch Abbau von Hyaluronsäure
  • Pigmentstörung durch gestörte Zellfunktionen
  • Melanome durch Veränderungen des Erbguts

Infolgedessen ist die Haut auch nicht mehr in der Lage, das überschüssige Melanin wieder abzubauen. Im Laufe der Jahre häuft sich das Pigment stellenweise an. Mit dem Einsetzen der natürlichen Hautalterung zwischen 20 und 30 zeigen sich dann rasch die Auswirkungen von künstlicher UV-Strahlung: Es entstehen vorzeitig Hyperpigmentierungen - die Altersflecken.

Unser Tipp bei Altersflecken

Unser Tipp bei Altersflecken

Verursacht künstliche Sonne Hautkrebs?

Wen die vorzeitige Hautalterung in Form von schlaffer Falten und Altersflecken nicht abschreckt, der sollte spätestens jetzt aufmerksam werden - denn Solariumbesuche zählen zu den häufigsten Risikofaktoren für Hautkrebs.

Beim Umgang mit der natürlichen und der künstlichen Sonne gibt es einen wesentlichen Unterschied: Im Urlaub oder bei einem Tag am See verwenden die meisten Menschen Sonnencreme - im Solarium nicht. Ganz im Gegenteil werden sogar oft Bräunungsbeschleuniger oder Öle aufgetragen. In Kombination mit der UV-Strahlung, die der Äquatorsonne entspricht, hat das gravierende Zellschäden und Veränderungen der DNA zur Folge. Laut Weltgesundheitsorganisation steigt das Hautkrebsrisiko bei regelmäßigen Solariumbesuchen vor dem 35. Lebensjahr um 60 %. Aus diesem Grund hat die Internationale Agentur für Krebsforschung das UV-Licht in die höchste Krebsrisikostufe eingeordnet.

Altersflecken durch Solarium loswerden

Die Folgen der Sonnenbank lassen meist nicht lange auf sich warten. Sobald die ersten Pigmentflecken im Hautbild auftauchen, ist es für Prävention schon zu spät. Allerdings müssen die Flecken nicht hingenommen werden und folgende Maßnahmen und Mittel können dabei helfen, um die Altersflecken verblassen zu lassen:

  • Bleichcremes: Aufhellende Wirkstoffe, wie sie in der Aktiv Kressesalbe enthalten sind, sind ein einfacher und schonender Weg zur Beseitigung von Altersflecken. Cremes gegen Altersflecken unterbinden die Melaninproduktion. Außerdem beugen sie Pigmentflecken durch ihre antioxidative Wirkung vor. Bei der Auswahl sollte man aber stets darauf achten, auf gut verträgliche Wirkstoffe zurückzugreifen.

  • Peelings: Eine weitere sanfte Methode zur Aufhellung von Altersflecken sind Peelings. Damit sind in erster Linie chemische Peelings gemeint. Die regelmäßige Anwendung von Fruchtsäure, Milchsäure oder Glykolsäure löst die alten Hautschuppen und unterstützt die Erneuerung der Haut. So können Altersflecken mit etwas Geduld schrittweise verblassen.

  • Microneedling: Um die Zellerneuerung der Haut zu verbessern und so die Altersflecken loszuwerden, eignet sich Microneedling. Mit Hilfe des Nadelrollers wird die Kollagenbildung angeregt und die Regeneration der Haut unterstützt. Das soll die Pigmentansammlungen in der Hautoberfläche auflösen und so den Altersfleck aufhellen.

  • Mikrodermabrasion: Mikrodermabrasion ist eine vielseitige kosmetische Behandlung, die auch zur Aufhellung Altersflecken eingesetzt wird. Dabei wird die Hautoberfläche mitsamt der Verhornungen in mehreren Sitzungen mit einem speziellen Schleifgerät abgetragen. Diese Methode unterstützt die Hautregeneration und beseitigt die Hyperpigmentierung in den oberen Hautschichten Stück für Stück.

  • Laserbehandlung: Wenn es bei der Beseitigung der Altersflecken besonders schnell gesehen soll, dann ist die Entfernung mittels Laser die effektivste Methode. Die Behandlung wird von einem Dermatologen oder einer kosmetischen Fachkraft vorgenommen. Dabei zerstören gebündelte Lichtstrahlen das angehäufte Pigment.

So beugen Sie Altersflecken vor

Auf der einen Seite sorgt die künstliche Sonne auch im Herbst und Winter für einen strahlenden und gesunden Teint. Andererseits steigt das Risiko für bleibende und sogar gefährliche Hautschäden mit jedem Gang zur Sonnenbank. Dessen werden sich viele spätestens dann bewusst, wenn sie die ersten Altersflecken entdecken - und das noch vor dem 50. Lebensjahr. Um sich den Ärger mit der Entfernung der Altersflecken zu ersparen, sollte die Vorbeugung im Fokus stehen.

1. Solarium meiden - Alternativen nutzen

Am besten lassen sich Altersflecken immer noch vermeiden, indem komplett auf Solariumbesuche verzichtet wird. Das reduziert das Risiko für Hautkrebs um ein Vielfaches und beugt außerdem einer vorzeitigen Erschlaffung der Haut vor. Um nicht auf den gebräunten Teint zu verzichten, gibt es zahlreiche Alternativen aus der Flasche. Die Auswahl an Selbstbräunern ist groß und mit ein wenig Übung kann damit ein natürliches Ergebnis erzielt werden.

2. Täglich Sonnencreme verwenden

Wie schädlich die UV-Strahlung - ob natürlich oder künstlich - sein kann, ist heutzutage kein Geheimnis mehr. Hierfür muss man nur einen Blick auf die steigenden Hautkrebsfälle werfen. Umso wichtiger ist die Bedeutung von ausreichendem Sonnenschutz. Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor von 30 und mehr sollte spätestens jetzt ein fester Bestandteil in der Morgenroutine werden. Vor allem das Gesicht und Dekolleté sowie Arme und Hände müssen besonders geschützt werden. Hier ist die Sonnenexposition am größten und Altersflecken entstehen am schnellsten.

3. UV-Index beobachten

Die Temperatur und das Wetter sagen nur wenig über die UV-Strahlung aus. Auch wenn es kühl oder bewölkt ist, kann die Sonnenbrandgefahr hoch sein. Aussagekräftiger ist der UV-Index. Der Wert gibt auf einer Skala von 1 bis 10 bzw. 11+ den erwarteten Höchstwert der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung an. Bereits ab einem Wert von 3 sollte unbedingt ein Sonnenschutz verwendet werden. Umso höher der Wert ist, desto weniger Zeit sollte in der direkten Sonne verbracht werden. Der Sonnenschutz gilt nicht nur für die Haut, sondern auch für den Kopf und die Augen.

4. Mittagssonne meiden

In den Mittagsstunden steht die Sonne am höchsten. Der steile Einfallswinkel verstärkt die Wirkung der UV-Strahlen und damit steigt die Gefahr für Sonnenbrand und bleibende Hautschäden. Um der Entstehung von Altersflecken vorzubeugen, sollte das Sonnenbaden in den Mittagsstunden unbedingt vermieden werden. Zwischen 12 und 16 Uhr sucht man sich am besten einen Schattenplatz und entflieht so gleichzeitig der Hitze. Auch im Schatten gilt: Sonnencreme nicht vergessen!

Fazit

Auch wenn sie nicht sofort nach dem Sonnenbaden auftauchen, fördert die künstliche Sonne im Solarium die Entstehung von Altersflecken. Sie treten infolgedessen schon deutlich früher und häufiger auf, als bei Menschen, die das UV-Licht unter der Sonnenbank meiden. Die UV-Strahlung ist dort deutlich stärker im Vergleich zur natürlichen Sonneneinstrahlung und richtet bereits nach dem ersten Besuch unwiderrufliche Hautschäden an. Abgesehen von der frühzeitigen Hautalterung steigert jeder Solariumbesuch außerdem das Hautkrebsrisiko um ein Vielfaches. Die Gesundheit für ein Schönheitsideal so aufs Spiel zu setzen, sollte es nicht wert sein.


QUELLEN

  • Katharina Diehl, Sven Schneider & Tatiana Görig: UV-Exposition – Prävalenz, Bedeutung und Implikationen für die Prävention und Gesundheitsförderung. 2021.
  • Urban & Vogel: Solarium: Vorbräunen steigert Krebsrisiko. 2014.
  • https://www.bfs.de/DE/bfs/wissenschaft-forschung/stellungnahmen/opt/stellungnahme-opt_node.html