Altersfleck oder Hautkrebs? 5 typische Anzeichen

NATALJA FELSING

05. Juli, 2021

Altersfleck oder Hautkrebs? Achten Sie auf diese 5 Anzeichen!

Ob Altersflecken oder Hautkrebs - beides hat dieselbe Ursache, nämlich die UV-Strahlung des Sonnenlichts. Sowohl Altersflecken als auch Hautkrebs treten vermehrt mit fortschreitendem Alter auf und umso größer wird die Unsicherheit bei Betroffenen, beide Erscheinungen auseinanderhalten zu können. Während Altersflecken ungefährlich sind, kann unerkannter Hautkrebs im schlimmsten Fall tödlich enden. Woran man Hautkrebs erkennt und wie man Altersflecken und bösartige Hautveränderungen unterscheidet, erfahren Sie hier.

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Was ist Hautkrebs?

Hautkrebs ist eine der tückischsten Krebserkrankungen, denn er wird häufig erst relativ spät erkannt oder fehldiagnostiziert. Gleichzeitig ist diese Art von Krebs eine der häufigsten Krebserkrankungen unter Männern und Frauen. Jedes Jahr werden allen in Deutschland über 200.000 Menschen diagnostiziert, mit steigender Tendenz.

Hautkrebs fasst sämtliche bösartige Hautveränderungen bzw. -wucherungen zusammen. Die Hauptursache dafür ist die UV-Strahlung. Diese schädigt das Erbgut einer Zelle, woraufhin diese entartet und bei fortschreitender Zellteilung zu einem Tumor heranwächst. Auch die genetische Veranlagung, ein geschwächtes Immunsystem aufgrund von Vorerkrankungen sowie helle Hauttypen mit vielen Muttermalen sind besonders gefährdet.

Welche Arten von Hautkrebs gibt es?

Bei einer Hautkrebserkrankung werden 3 Arten unterschieden: Schwarzer Hautkrebs, weißer Hautkrebs und roter Hautkrebs.

Schwarzer Hautkrebs

Der schwarze Hautkrebs wird auch als malignes Melanom bezeichnet. Diese bösartige Veränderung entsteht durch entartete Pigmentzellen (Melanozyten). Die sind in der Regel dunkel, meist braun oder schwarz, und können sowohl flach als auch erhaben sen. Insbesondere Menschen mit einem hellen Hauttypen und vielen Leberflecken müssen im Umgang mit der Sonneneinstrahlung aufpassen. Häufige Sonnenbrände bzw. häufiges Sonnenbaden ohne adäquaten Schutz summiert die Zellschäden, die sowohl zu Altersflecken, als auch zu schwarzem Hautkrebs führen können. Da schwarzer Hautkrebs auf den ersten Blick wie ein normales Muttermal erscheint, wird dieser oft nicht sofort erkannt.

Weißer Hautkrebs

Anders als der schwarze Hautkrebs entsteht weißer Hautkrebs nicht aus den pigmentbildenden Zellen, sondern aus den hornbildenden Zellen (Keratinozyten). Hierbei unterscheidet man zwei Unterarten: das Basalzellkarzinom und das Stachelzellkarzinom. Das Basalzellkarzinom ist hautfarben bis gelblich-rot, knotenartig und begrenzt und sieht im Anfangsstadium wie ein Pickel aus. Oft befinden sich sichtbare Blutgefäße an der Oberfläche.
Das Stachelzellkarzinom ist das Ergebnis von irreversiblen Schäden der obersten Hautschicht. Dem bösartigen Stachelzellkarzinom geht daher meist eine gutartige Keratose voraus, die entartet und schließlich als feste, verhornte Kruste sichtbar wird.

Roter Hautkrebs

Der rote Hautkrebs umfasst alle seltenen Hautkrebsformen, die kein weißer oder schwarzer Hautkrebs sind. Diese seltenen Formen haben ihren Ursprung in anderen Zellen, die sich in der Haut befinden. Es handelt sich dabei um drei Formen: Merkelzellkarzinom, Dermatofibrosarcoma protuberans sowie Kaposi-Sarkom. Das Merkelzellkarzinom entsteht in den Merkelzellen, welche die Sinneszellen der Haut sind. Das DFSP ist ein bösartiger Bindegewebstumor und das Kaposi-Sarkom zeichnet sich dadurch aus, dass die Tumore alle das Herpesvirus 8 aufweisen und an mehreren Stellen gleichzeitig auftreten können.

Welche Körperregionen sind besonders von Hautkrebs betroffen?

Ähnlich wie bei Altersflecken sind vor allem Körperregionen, die häufig ungeschützt der UV-Strahlung ausgesetzt sind, besonders anfällig für die Entstehung von Hautkrebs. Dazu zählen das Gesicht und der Kopf im Ganzen, die Lippen und Ohren, das Dekolleté sowie die Unterarme und Hände. Wer eine Glatze hat, sollte den Sonnenschutz auf dem Kopf nicht vernachlässigen.

Was sind Altersflecken?

Altersflecken sind rundlich-ovale Pigmentierungsstörungen, die auch Sonnenflecken genannt werden und vor allem bei Menschen ab dem 50. Lebensjahr auftreten.

Sie entstehen aufgrund von Melanin-Ablagerungen, die von der Haut nicht mehr vollständig abgebaut werden können. Schuld daran ist zum einen die altersbedingt verlangsamte Stoffwechselaktivität der Hautzellen. Zum anderen sind durch den Einfluss der UV-Strahlen die Zellen häufig geschädigt, sodass der Alterungsprozess bereits früher einsetzt.


Ebenso spielt das Alterspigment Lipofuszin eine Rolle. Dieses entsteht durch oxidative Prozesse in den Zellen, auch als oxidativer Stress bekannt. Diese Prozesse werden durch die Wirkung der UV-Strahlen in der Haut ausgelöst und setzen freie Radikale frei, die die Hautzellen in ihrer Funktion schädigen. Das schränkt zusätzlich die Abbau- und Abtransportmechanismen der Haut ein, sodass sich Anhäufungen von Pigmenten bilden. Diese werden nach einiger Zeit nach außen als Altersfleck sichtbar.

Unser Tipp bei Altersflecken

Unser Tipp bei Altersflecken

Wie sehen Altersflecken aus?

Altersflecken sind in den meisten Fällen rundlich oder oval geformt und können wenige Millimeter, aber auch ein paar Zentimeter groß werden. Meist sind sie flach und hellbraun bis dunkelbraun gefärbt und treten vor allem im Gesicht, Dekolleté und auf den Handrücken auf. Altersflecken können aber auch erhaben sein und einem Muttermal ähneln oder sogar eine schuppige Hornschicht bilden. 

Altersfleck oder Hautkrebs: Woran erkennt man Hautkrebs?

Mit zunehmendem Alter entstehen bei den meisten Menschen sowohl mehr Muttermale als auch Altersflecken. Altersflecken sind kein Grund, einen Arzt aufzusuchen, denn sie sind lediglich ein optischer Makel. Viele Altersflecken deuten jedoch auf eine starke UV-Belastung der Haut in der Vergangenheit hin, die auch für die verschiedenen Arten von Hautkrebs der Hauptverursacher ist. Aus diesem Grund sollten sämtliche dunkle Flecken und untypische Hautveränderungen - ob Muttermal, Pigmentfleck oder Verhornung, im Alter regelmäßig untersucht werden. Denn wird Hautkrebs nicht frühzeitig erkannt, kann das lebensbedrohliche Folgen nach sich ziehen.


Wenn Sie selbst eine Veränderung ihrer Haut bemerken, ist das noch kein Grund zur Sorge. Zunächst kann man mit folgenden Tipps selbst prüfen, ob es sich um einen Altersfleck oder um eine maligne Hautveränderung handelt. In jedem Fall sollten Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen werden. Bei einer spürbaren oder sichtbaren Wucherung oder plötzlichen Umwandlung eines Muttermals ist zudem unbedingt ein Hautarzt aufzusuchen.


Die Früherkennung von Hautkrebs und die Unterscheidung von malignen Veränderungen und Altersflecken kann anhand der ABCDE-Regel vorgenommen werden:


- A wie Asymmetrie: Wie verändert sich der Fleck? Ist er asymmetrisch bzw. nicht rund oder oval? Hat sich die Form von symmetrisch zu asymmetrisch gewandelt?


- B wie Begrenzung: Ist der Fleck scharf begrenzt? Oder läuft der Fleck fransig aus und hat einen unregelmäßigen Rand?


- C wie Color (Farbe): Welche Farbe weist der Fleck auf? Ist er ungleichmäßig und verschiedenfarbig pigmentiert? Hat sich seine Farbe verändert?


- D wie Durchmesser: Welche Größe hat der Fleck? Ist er größer als 5 mm? Ist er in letzter Zeit schnell gewachsen?


- E wie Erhabenheit: Ist der Fleck knotig bzw. erhaben? Ist er in die Höhe gewachsen und höher als 1-2 mm?


Treffen einer oder mehrere Punkte auf ein Muttermal bzw. auf eine scheinbare Warze zu, sollte das von einem Spezialisten abgeklärt werden.

Alterswarze oder Hautkrebs?

Die Alterswarze ist eine gutartige Veränderung der Hautzellen. Sie unterscheidet sich von einem Altersfleck dahingehend, dass sie erhaben ist und eine raue, schuppige Oberfläche aufweist. Eine Alterswarze ist wie ein Altersfleck grundsätzlich scharf von der Haut abgegrenzt und kann hautfarben bis hin zu bräunlich-schwarz gefärbt sein. Ihre Größe variiert von wenigen Millimetern bis zu 3 Zentimetern. Oft treten Alterswarzen und Altersflecken nicht einzeln, sondern vermehrt an einer Stelle auf.


Treten Alterswarzen auf, sollten diese von einem Hautarzt untersucht werden. Die Warzen selbst entarten normalerweise nicht. Je nach Größe, Farbe und Form sind Alterswarzen aber nur schwer vom weißen und schwarzen Hautkrebs zu unterscheiden. Mit dem geschulten Blick des Arztes und ggf. einer Gewebeprobe kann genau untersucht werden, worum es sich handelt.


QUELLEN

  • Patrick A. Oberholzer, Ralph P. Braun, Robert E. Hunger: Früherkennung von Hautkrebs in der Hausarztpraxis. 2014.
  • A. Steinmann, B. Liebl: Prävention und Früherkennung von Hautkrebs. 2004.