Anti-Aging dank Sonnencreme: Macht sie Flecken & Falten rückgängig?

Natalja Felsing

08. Juni, 2021

Anti-Aging dank Sonnencreme: Darum ist Sonnenschutz immer noch der beste Schutz vor Falten, Flecken & Co.

Nach dem Urlaub gut erholt und vor allem knackig braun wieder heimzukehren steht bei vielen Sonnenanbetern auf der To-Do-Liste. Und wer zu Zeiten von Corona auf den Urlaub verzichten muss, kann sich die Bräune auch auf der Sonnenbank holen. Wie schädlich das jedoch ist, verdrängen die meisten - dafür ist der frisch gebräunte Teint einfach zu verlockend. Das aber auch nur so lange, bis sich plötzlich erste Falten, Pigmentflecken oder Muttermale bemerkbar machen und das Gesicht 10 Jahre älter aussehen lassen. Umso wichtiger ist es, der vorzeitigen Hautalterung und auch Hautkrebs mit Sonnenschutz vorzubeugen, denn die Sonne ist für die Haut der größte Segen und Fluch zugleich.

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UV-Strahlen schaden der Haut und verursachen Lichtschäden wie Falten und Altersflecken.

Warum ist die Sonne schädlich für die Haut?

Wenn der Winter vorbei ist und die Temperaturen steigen, genießen viele die warmen Sonnenstrahlen. Ob künstlich oder natürlich - die Sonne sollte immer mit Vorsicht genossen werden. Insbesondere im Frühjahr wird die Kraft der Sonnenstrahlen oft unterschätzt und der erste Sonnenbrand lässt nicht lange auf sich warten.

Sonnenstrahlen bestehen aus UV-A- und UV-B- und UV-C-Strahlen.
Die UV-A-Strahlen machen rund 95 Prozent der Sonnenstrahlen aus. Diese Strahlen dringen besonders tief in die Hautschichten und Hautzellen vor und überwinden sogar Fensterglas. Das macht sie besonders gefährlich und zum Hauptverursacher von Alterserscheinungen. Ohne Sonnenschutz wirken sie das ganze Jahr über auf die Haut ein und führen im ersten Moment zu einer Sofortbräune. Auf Dauer begünstigen die UV-A-Strahlen allerdings die Entstehung von Falten, Pigmentstörungen, schlaffem Bindegewebe und Sonnenallergien sowie Rötungen. Mittlerweile ist bekannt, dass diese Strahlen auch das Erbgut in den Hautzellen verändern und somit das Risiko für Hautkrebs um ein Vielfaches steigern. Bei Sonnenbänken ist besondere Vorsicht geboten, da dort der Anteil an UV-A-Strahlen besonders hoch ist.

UV-B-Strahlen machen ca. 5 Prozent der Sonneneinstrahlung auf die Haut aus. Sie sind die energiereichen, kurzwelligen Strahlen und dringen i.d.R. nur bis in die obere Hautschicht vor. Dort regt die Strahlung die Melaninproduktion an und sorgt für eine langfristige Bräune und Zellschutz. In geringen Dosen baut die Haut bei UV-B-Strahlung ein Art Verdickung auf, da sich die Zellteilung beschleunigt. Diese verdickte Haut bietet einen leichten, natürlichen Sonnenschutz. Doch das verhindert nicht, dass die Strahlen bei übermäßiger Exposition Zellschäden und Sonnenbrand verursachen. UV-B-Strahlen schwächen das Bindegewebe und fördern somit die Bildung von Falten und dünner Haut.

UV-C-Strahlen sind für die Haut ungefährlich, da sie nicht bis zur Erdoberfläche vordringen.

Sonnenschutz verhindert, dass die schädlichen UV-Strahlen die Haut durchdringen.

Wie kann Sonnenschutz der Hautalterung vorbeugen?

Sonnenschutz ist für viele Menschen mittlerweile ein fester Bestandteil in der Hautpflegeroutine und nicht mehr nur ein Accessoire beim Strandurlaub. Er ist dazu da, die schädliche UV-A- und UV-B-Strahlen herauszufiltern bzw. zu absorbieren, sodass die Intensität der UV-Strahlen abnimmt und somit weniger Schaden auf der Haut anrichten kann. Dadurch wird nicht nur das Hautkrebsrisiko gesenkt, sondern auch der vorzeitigen Hautalterung vorgebeugt. Bereits in jungen Jahren ist Sonnenschutz unerlässlich, um Falten und Altersflecken zu verhindern.

Je nach Hauttyp gibt es Sonnenschutz mit unterschiedlich hohen Lichtschutzfaktoren, um die Haut vor dauerhaften Lichtschäden zu bewahren. Der Lichtschutzfaktor gibt an, wie lange man sich der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Voraussetzung dabei ist, dass eine ausreichende Menge aufgetragen wird und diese nicht durch Wasser oder Reibung wieder abgetragen wird.
Ein sehr heller Hauttyp sollte immer auf einen Lichtschutzfaktor 50 oder höher zurückgreifen, da die Eigenschutzzeit der Haut meist nur bei 10 Minuten liegt. Multipliziert mit dem LSF 50 ergibt sich so eine theoretische Schutzdauer von 500 Minuten.
Ein dunklerer Hauttyp hat eine längere Eigenschutzzeit der Haut. In diesem Fall reicht dann auch schon ein LSF von 30. Bei einer eigenen Schutzdauer von 30 Minuten würde die Dauer mit Sonnenschutz auf 900 Minuten verlängert werden.

In den meisten Fällen wird zu wenig Sonnenschutz aufgetragen. Für den vollständigen Schutz am ganzen Körper müsste beinahe eine ganze Flasche auf der Haut eines Erwachsenen verrieben werden. In Kombination mit Salz- und Poolwasser und Abrieb durch Badebekleidung und Handtücher wird die theoretische Schutzdauer mit LSF fast nie erreicht. Aus diesem Grund sollte die Zeit auch nicht ausgereizt und in regelmäßigen Abständen nachgecremt werden.

Unser Tipp bei Altersflecken

Unser Tipp bei Altersflecken

Sonnencreme enthält oft sowohl mineralische als auch chemische UV-Filter.

Arten von Sonnenschutz: Mineralisch vs. chemisch

Sonnenschutz Arten

Sonnencreme ist nicht gleich Sonnencreme. Man unterscheidet zwischen chemischen und mineralischen (physikalischen) UV-Filtern.


Chemische UV-Filter werden auch als organische UV-Filter bezeichnet. In Sonnencremes mit chemischen Filtern werden häufig Abkömmlinge von Campher, Zimtsäure oder Salicylsäure verwendet. Sie schützen die Haut vor der schädlichen UV-Strahlung, indem sie die Strahlen absorbieren und in energieärmere Wärmestrahlen umwandeln.

Chemische UV-Filter stehen häufig in der Kritik, da die enthaltenen Stoffe von der Haut aufgenommen werden und sich möglicherweise im Körper anreichern können. Diese Bedenken werden insbesondere für den Inhaltsstoff Oxybenzon geäußert. Es gibt heutzutage allerdings eine Reihe von Sonnenschutzmitteln mit gut verträglichen chemischen Filtern, die bedenkenlos verwendet werden können.


Mineralische bzw. physikalische UV-Filter beinhalten meist Zinkoxid oder Titanoxid. Die Partikel legen sich wie ein Film auf die Haut und reflektieren die Sonnenstrahlen. Da sie auf der Hautoberfläche liegen, bilden sie oft den berühmten weißen Sonnencreme-Schleier. Sonnencremes mit mineralischen Filtern sind sehr gut verträglich, da sind im Gegensatz zu chemischen Filtern nicht zerfallen. Allerdings können sie die Haut austrocknen.

Oft werden chemische und mineralische Filter kombiniert, um einen möglichst hohen Schutz vor allen Arten der UV-Strahlen zu gewährleisten und die Vorteile beider UV-Filter zu nutzen.

Sonnencreme muss in ausreichender Menge und regelmäßig aufgetragen werden.

Worauf muss man bei der Anwendung von Sonnencreme achten?

Gerade beim Sonnenbaden im Urlaub ist die Verwunderung oft groß, wenn die Haut trotz Sonnencreme plötzlich einen Sonnenbrand davonträgt. Das liegt nicht an der mangelnden Wirkung des Sonnenschutzes, sondern am falschen Auftrag.


Je nach Hauttyp sollte ein hoher Lichtschutzfaktor verwendet werden, mindestens jedoch 30. Auch bei wolkenbedecktem Himmel dringen UV-Strahlen bis zur Haut vor.

Zudem sollte bei der Menge nicht gespart werden. Sonnencreme muss großzügig aufgetragen und gut einmassiert werden. Das kann lästig sein, aber nur so ist der volle Schutz vor Hautschäden gewährleistet. Als Faustregel gilt: Für Gesicht und Hals werden ca. 2 Teelöffel voll benötigt. Für den gesamten Körper sollte mindestens eine golfballgroße Menge Sonnencreme aufgetragen werden.


Nachdem die Sonnencreme aufgetragen wurde, sollte sie zunächst ca. 30 Minuten einwirken. Erst dann ist der vollständige Schutz gegeben. Das heißt auch, dass direkt nach dem Auftragen auf den Sprung ins Wasser verzichtet werden sollte.


Besonders wichtig ist es, regelmäßig nachzucremen. Gerade nach dem Baden, Abtrocknen oder aufgrund der Reibung der Badebekleidung können die UV-Strahlen wieder ungehindert auf die Haut treffen und schmerzhaften Sonnenbrand verursachen. Das gilt auch bei wasserfester Sonnencreme.


Das Sonnenbaden während der Mittagshitze sollte komplett vermieden werden. Hier ist der Einfluss schädlicher Strahlen besonders stark und die Wahrscheinlichkeit für die vorzeitige Faltenbildung und die Entstehung von Altersflecken besonders hoch.

Sonnenschutz kann die Haut während der Regeneration vor weiteren Hautschäden bewahren.

Kann Sonnenschutz Flecken und Falten rückgängig machen?

Die Bedeutung von Sonnencreme im Kampf gegen Hautalterungserscheinungen wie Falten und Altersflecken wird vielen leider erst bewusst, wenn die Haut bereits Zeichen von Lichtschäden vorweist. Häufig kommt hier die Frage auf, ob Sonnencreme die Schäden durch UV-Strahlung wieder rückgängig machen kann.


Eine Studie des Pharmariesen Johnson & Johnson deutet an, dass die regelmäßige Anwendung von Sonnencreme über einen längeren Zeitraum das Hautbild verbessern und feine Fältchen reduzieren kann. Getestet wurden 32 Frauen, die eine Creme mit LSF 30 nutzten. Inwieweit die Wirkung auf die Anwendung von Sonnencreme zurückzuführen ist, ist nicht klar. Die Haut kann sich bis zu einem gewissen Grad selbst regenerieren und wird durch den LSF vor weiteren Hautschäden geschützt, weshalb eine Verbesserung sichtbar wurde.


Die Haut regeneriert sich zudem stetig selbst, wenn auch langsamer mit zunehmendem Alter. Altersflecken, die relativ frisch oder hell sind, können durch die Stoffwechselprozesse in der Haut ohne Hilfsmittel verblassen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass jeden Tag ein Sonnenschutz mit einem hohen Lichtschutzfaktor verwendet wird. Altersflecken, die bereits länger bestehen und dunkler sind, werden durch Sonnencreme allein nicht mehr verschwinden.


Bewiesen ist, dass die Verwendung von Sonnencreme bereits in jungen Jahren und insbesondere beim Sonnenbaden die Entstehung von Pigmentstörungen, Altersflecken und Falten vorbeugt und das Hautkrebsrisiko senkt. Vorsorge ist in diesem Fall besser als Nachsorge. Wer bereits tiefe Falten oder Pigmentflecken aufgrund von Zellschäden durch die Sonne hat, wird diese mit Sonnencreme allein nicht mehr los.


QUELLEN

  • Maria Celia B. Hughes, Gail M. Williams, Peter Baker, Adèle C. Green: Sunscreen and Prevention of Skin Aging. 2013.
  • Michelle R. Iannacone, Maria Celia B. Hughes, Adèle C. Green: Effects of sunscreen on skin cancer and photoaging. 2014.
  • Gary J. Fisher, PhD; Sewon Kang, MD; James Varani et al.: Mechanisms of Photoaging and Chronological Skin Aging. 2002.