TCA-Peeling bei Pigmentflecken: Niemals zu Hause anwenden!

TCA-Peeling bei Pigmentflecken: Niemals zu Hause anwenden!

Redaktion, 08.09.2022

TCA-Peeling Pigmentflecken

Das TCA-Peeling ist eine effektive Methode zur Behandlung von Pigmentflecken.

Der Wunsch nach einer reinen Haut und einem ebenmäßigen Teint zieht sich durch alle Altersgruppen. Allerdings wird es mit dem Alter immer schwieriger, ein jugendliches und gleichmäßiges Hautbild aufrechtzuerhalten. Neben Fältchen und schlaffer Haut sind es vor allem Pigmentflecken, die beim Anblick im Spiegel für Unzufriedenheit sorgen. Sie treten in unterschiedlichen Formen und Farben auf und verschwinden nicht mehr von allein. Eine Möglichkeit der Behandlung ist das TCA-Peeling. Lesen Sie in diesem Artikel, wie dieses Hautpeeling bei Pigmentflecken funktioniert und warum man es niemals allein zu Hause durchführen sollte.

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Da Bleichcremes oft für ein fleckiges Hautbild sorgen und die professionelle Behandlung teuer und zeitaufwendig ist, entscheiden sich immer mehr Männer und Frauen mit Altersflecken für Hausmittel. Tatsächlich können die natürlichen Mittel Altersflecken schonend aufhellen und auch vorbeugen.

Welche Arten von Pigmentflecken gibt es?

Spricht man von Pigmentflecken, so ist in den meisten Fällen eine begrenzte Dunkelfärbung der Hautoberfläche gemeint. Der Begriff Pigmentflecken umfasst eine Reihe von Hautveränderungen, die mit einer Hyper- oder Hypopigmentierung einhergehen:

1. Altersflecken

Altersflecken zählen zu den am häufigsten vorkommenden Pigmentflecken. Dabei handelt es sich um harmlose Pigmentstörungen, die meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr entstehen. Altersflecken sind wenige Millimeter bis Zentimeter groß und treten vorwiegend im Gesicht, im Dekolleté und auf den Unterarmen und Händen auf. Diese Körperareale werden in diesem Zusammenhang auch Sonnenterrassen genannt, da die Sonne hier am häufigsten auftrifft.
Altersflecken sind Sonnenschäden. Sie entstehen durch den Einfluss der UV-Strahlung, wenn diese über viele Jahre hinweg ungehindert die Haut beschädigt und Anhäufungen von Melanin bildet. Außerdem ist das Alterspigment Lipofuszin beteiligt, das als Abbauprodukt durch oxidativen Stress entsteht.

2. Chloasma

Bei einem Chloasma bzw. Melasma handelt es sich um eine hormonell bedingte Pigmentstörung, die insbesondere Frauen betrifft. Die auslösenden Hormone sind hierbei die Östrogene, weshalb vor allem Schwangere häufig davon betroffen sind. Die Hormone steigern die Aktivität der Melanozyten und verursachen so eine Überproduktion an Melanin. Das Pigment lagert sich in der Haut an und trifft nun die UV-Strahlung auf die Haut, dunkeln die Bereiche nach.

Die großflächige und scharf begrenzte Pigmentstörung erstreckt sich in den meisten Fällen über die Stirn, die Wangen und die Oberlippe. Chloasmen sind ungefährlich, aber für die meisten Betroffenen ein optischer Störfaktor.

3. Sommersprossen

Bei einem Chloasma bzw. Melasma handelt es sich um eine hormonell bedingte Pigmentstörung, die insbesondere Frauen betrifft. Die auslösenden Hormone sind hierbei die Östrogene, weshalb vor allem Schwangere häufig davon betroffen sind. Die Hormone steigern die Aktivität der Melanozyten und verursachen so eine Überproduktion an Melanin. Das Pigment lagert sich in der Haut an und trifft nun die UV-Strahlung auf die Haut, dunkeln die Bereiche nach.

Die großflächige und scharf begrenzte Pigmentstörung erstreckt sich in den meisten Fällen über die Stirn, die Wangen und die Oberlippe. Chloasmen sind ungefährlich, aber für die meisten Betroffenen ein optischer Störfaktor.

4. Leberflecken/Muttermale 

Eine weitere angeborene Pigmentstörung sind Leberflecken bzw. Muttermale. Leberflecken können von Geburt an vorhanden sein oder im Laufe des Lebens erscheinen. Die Veranlagung hierfür ist aber in den Genen verankert und insbesondere hellhäutige Menschen neigen dazu, viele Leberflecken zu haben.
Leberflecken können unterschiedlich groß und flach oder erhaben sein. Ihr Farbspektrum recht von hellbraun bis fast schwarz.
In der Regel sind Muttermale harmlos, doch es besteht die Möglichkeit, dass sie entarten. Dazu trägt vor allem der Einfluss der UV-Strahlung bei.

5. Vitiligo

Eine Besonderheit unter den Pigmentflecken ist die Weißfleckenkrankheit Vitiligo. Vitiligo ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der die körpereigenen Melanozyten zerstört werden. Anstelle dunkler Pigmentflecken passiert hier genau das Gegenteil und die Haut bildet scharf begrenzte weiße Flecken. In diesen Hautbereichen geht aufgrund der zerstörten Zellen das Hautpigment Melanin verloren.
Vitiligo ist nicht ansteckend und ungefährlich, allerdings verliert die Haut in den hypopigmentierten Arealen ihren Eigenschutz vor der Sonne.

Was ist ein TCA-Peeling?

Mittlerweile gibt es unzählige Möglichkeiten, um unerwünschte Pigmentflecken loszuwerden. Die Behandlungsmethoden reichen von Cremes wie der Kressesalbe über Laserbehandlungen bis hin zu intensiven Peeling. Eines dieser speziellen Hautpeelings ist das TCA-Peeling.
Das TCA-Peeling ist ein medizinisches Peeling, bei dem mit Hilfe von Trichloressigsäure die Hauterneuerung angeregt wird. Trichloressigsäure ist eine starke organische Säure und wird auch als Ätzmittel bezeichnet. Sie wirkt deutlich stärker als Fruchtsäure, Essigsäure oder Salicylsäure. Trägt man die Säure auf die obere Hautschicht auf, so wird diese nach einiger Zeit komplett aufgelöst - mitsamt der Pigmentflecken. Auf diese Weise bildet sich eine neue, gleichmäßig pigmentierte Hautschicht, die dicker und besser durchfeuchtet ist.

Die Anwendungsgebiete eines TCA-Peelings sind vielfältig:

  • Entfernung von Pigmentstörungen wie Altersflecken, Pigmentflecken, Melasma etc.
  • Minimierung von Aknenarben
  • Verringerung von Falten
  • Linderung von Keratose (Verhornungsstörung)
  • Minimierung von Dehnungsstreifen und Schwangerschaftsstreifen

Wie läuft das TCA-Peeling ab?

Die Durchführung des TCA-Peelings unterscheidet sich je nachdem welche Methode gewählt wird. Die Wahl ist abhängig davon, um welche Art von Pigmentflecken es sich handelt, wie stark sie ausgeprägt sind und welche Faktoren für oder gegen eine stärkere Behandlung sprechen. Hierzu führt der behandelnde Arzt vor der Behandlung eine Hautanalyse durch.

Beim TCA-Peeling wird zwischen dem einfachen “easy” TCA-Peeling und dem mitteltiefen Peeling unterschieden.

Easy TCA-Peeling

Das Easy TCA-Peeling ist oberflächlich und läuft folgendermaßen ab:


  1. Beim Easy TCA-Peeling ist keine Vorbehandlung der Haut notwendig. Im ersten Behandlungsschritt wird die Haut entfettet und auf die Behandlung vorbereitet.

  2. Im nächsten Schritt trägt der Behandler die Lösung schichtweise auf die Haut auf. Die Konzentration der Säure beträgt beim Easy TCA-Peeling 15 % Wärmegefühle. Brennen und Stechen können auftreten.

  3. Sobald sich die Hautoberfläche weiß färbt, ist die eigentliche Behandlung beendet. Die Säure ist in die Haut eingedrungen und der Auflösungsprozess der Haut hat begonnen.

  4. Es erfolgt keine Neutralisierung, sondern es wird lediglich eine spezielle Post-Peel Creme aufgetragen. Das Gesicht darf erst am nächsten Morgen der Behandlung vorsichtig mit Wasser abgewaschen werden.

  5. Im Laufe der nächsten 3-5 Tage wird die Haut dunkelbraun bis rötlich und beginnt sich abzupellen. Leichte Schwellungen sind möglich. Nach ca. 1 Woche sollte sich die Haut abgeschält haben.

  6. Nach der Behandlung muss für ca. 1 Monat eine bleichende Creme aufgetragen werden, um erneute Hyperpigmentierungen zu vermeiden. In den ersten 2 Wochen sollte die Sonne unbedingt vermieden werden, ab der 3. Woche ist ein Sonnenschutz mit sehr hohem Lichtschutzfaktor für die nächsten 6-12 Wochennotwendig. Dann ist auch die Pflege mit einer leichten Feuchtigkeitscreme möglich.

  7. Bei einem niedrig konzentrierten TCA-Peeling wird es 4-8 Mal mit 1 Woche Abstand und 6 Wochen Regeneration durchgeführt. Das entspricht einem Zyklus. Je nachdem wie das Resultat aussieht, kann der gesamte Prozess noch 2 Mal wiederholt werden.

Mitteltiefes Peeling

Das mitteltiefe Peeling läuft ähnlich ab, hat aber einige Besonderheiten:

  1. Vor dem mitteltiefen Peeling, das mit einer Säurekonzentration von 35 % durchgeführt wird, muss eine Vorbehandlung erfolgen. Dafür wird vor der Behandlung 4 Wochen lang eine spezielle Creme sowie Vitamin A-Säure auf die betroffenen Hautbereiche aufgetragen. Fetthaltige Produkte dürfen in der Vorbereitungsphase nicht angewendet werden, lediglich Sonnenschutzgele und fettfreie Kosmetika.

  2. Leidet der Patient häufig unter Herpes, muss dieser ab ca. 1-5 Tage vor der Sitzung Aciclovir-Tabeltten nehmen, um einen Ausbruch zu verhindern.

  3. Menschen mit einem dunklen Hauttypen dürfen das TCA-Peeling nicht durchführen, denn es droht eine dauerhafte Aufhellung der Haut. Auch bei Vitiligo ist die Prozedur ungeeignet.

  4. Vor der Behandlung kann eine örtliche Betäubung erfolgen, da beim mitteltiefen Peeling das Brennen der Haut deutlich stärker ausfallen kann als beim Easy Peeling.

  5. Nun erfolgen dieselben Schritte wie beim Easy TCA-Peeling (Schritt 2-5).

  6. Zur Nachbehandlung beim mitteltiefen Peeling gehören eine Bleichcreme und Vitamin A-Säure, die eine Nachdunkelung verhindern, sowie eine antiseptische Creme, um Infektionen zu vermeiden. In den ersten Wochen sollte die Sonne komplett gemieden werden, ab der. Woche muss die Haut ca. 6 Monate konsequent mit einem hohen Lichtschutzfaktor geschützt werden.

  7. Der Behandlungszyklus wird bei Bedarf wiederholt, wenn noch keine zufriedenstellende Verbesserung des Hautbildes eingetreten ist.

Unser Tipp bei Altersflecken

Unser Tipp bei Altersflecken

Wieso darf ein TCA-Peeling nicht zu Hause selbst angewendet werden?

Das TCA-Peeling zählt zu den medizinischen Behandlungen - das bedeutet auch, dass es ausschließlich von medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden sollte. Nur ein Fachkundiger kann den Hautzustand korrekt einschätzen und die richtige Art des Peelings verordnen.

Damit die Behandlung ohne Risiken und mit bestmöglichem Erfolg abläuft, sind außerdem spezielle Wirkstoffe und Verfahren bzw. Vorgehensweisen notwendig. Die hochkonzentrierten Säuren sowie Mittel zur Vor - und Nachbehandlung sind ohne Verordnung für einen Laien nicht erhältlich. Dubiose Produkte aus dem Internet können gravierende Folgen und permanente Hautschäden nach sich ziehen.


Abgesehen von der Schwierigkeit, die notwendigen Wirkstoffe zu besorgen und die richtige Durchführung zu gewährleisten, hat das TCA-Peeling bei unsachgemäßer Anwendung große Risiken. Es drohen:


- schmerzhafte Hautinfektionen durch Keime, die auf die offene Hautoberfläche bzw. in die Wunden gelangen

- Herpesinfektionen, die auf das Gesicht übergreifen

- Narben- und Keloidbildung (Wucherungen)

- permanente Hautrötung

- starke Nachpigmentierung und erneute Pigmentflecken

- Wundheilungsstörungen


Eine TCA-Behandlung für zu Hause ist extrem risikoreich. Anstatt einer schöneren und ebenmäßigeren Haut bleiben im schlimmsten Fall große Narben, Rötungen und Infektionen zurück, die die Haut dauerhaft schädigen. Daher sollte das Peeling immer von einem Profi durchgeführt werden.

Fazit

Der Vorher-Nachher-Effekt bei einem TCA-Peeling ist beachtlich. Je nach Stärke des Peelings können Pigmentflecken damit deutlich reduziert werden. Dadurch wirkt der Teint ausgeglichen und erfrischt. Allerdings kann die Behandlung schmerzhaft sein und ist sehr aufwändig in der Vor- und Nachbehandlung. Auch die Kosten sind - je nachdem wie häufig die Behandlung wiederholt wird - nicht zu unterschätzen. In jedem Fall sollte ein TCA-Peeling nur von einer medizinisch ausgebildeten Person wie z.B. einem Dermatologen durchgeführt werden, um permanente Schäden an der Haut zu vermeiden.


QUELLEN

  • Otley CC, Roenigk RK: Medium-depth chemical peeling.1996.
  • Mona A. Atwa,Amal H. Ahmed,Hesham A. Nada et al.: Combined chemical peels versus trichloroacetic acid (TCA) for treating melasma: a split face study. 2022.
  • Angelika Bauer-Delto: Hyperpigmentierung: wie behandeln?. 2020.