Helle Flecken auf der Haut: Gefährliche Krankheit?

Helle Flecken auf der Haut: Steckt eine gefährliche Krankheit dahinter?

Redaktion, 09. FEBRUAR 2022

Postinflammatorische Hyperpigmentierung

Woher kommen die hellen Flecken auf der Haut?

Braune Flecken auf der Haut sind zwar manchmal störend, aber in der Regel leicht erklärbar. Sommersprossen und Altersflecken zählen zu den gutartigen Pigmentstörungen, die sehr häufig auftreten. Doch was hat es mit den hellen Flecken auf der Haut auf sich, die bei gebräunter Haut sichtbar werden? Handelt es sich um die Weißfleckenkrankheit oder ist eine andere Erkrankungen an den Hautveränderungen schuld? Gibt es weiße Altersflecken? Wir klären in diesem Artikel über mögliche Ursachen und Möglichkeiten zur Vorbeugung auf.

Wie unterscheiden sich weiße Flecken von braunen Flecken?

Für die Färbung unserer Haut und Haare ist das Farbpigment Melanin verantwortlich. Seine Hauptfunktion ist es, die Haut vor UV-Schäden durch die Sonne zu schützen. Die sommerlich gebräunte Haut ist also ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers. Bilden sich nun vermehrt braune Flecken auf der Haut, wie z.B. Sommersprossen, steckt eine Überproduktion von Melanin dahinter. Man spricht auch von einer Hyperpigmentierung.

Zeigen sich auf der gebräunten Haut hingegen vereinzelt kleine weiße Flecken, deuten diese auf ein Fehlen des Farbpigments hin. In der Haut werden keine Melaninpigmente gebildet. Die Ursachen dafür sind äußerst vielfältig und können harmlos, aber auch behandlungsbedürftig sein.

Unser Tipp bei Pigmentflecken

Unser Tipp bei Pigmentflecken

Helle Flecken auf der Haut: Weißfleckenkrankheit (Vitiligo)

Der Begriff Vitiligo (“Flechte”) beschreibt eine seltene Hautkrankheit, bei der es zu weißen, stark begrenzten Flecken auf der Haut kommt. Man bezeichnet die Pigmentstörung daher auch als Weißfleckenkrankheit. Etwa 0,5 bis 2 Prozent der Weltbevölkerung sind von Vitiligo betroffen. Die Erkrankung ist nicht heilbar.

Bei Vitiligo handelt es sich um eine harmlose, chronische Krankheit. Sie tritt häufig schubweise auf. Die hellen Hautflecken können sich im Laufe des Lebens vergrößern oder ausbreiten, erstmals zeigen sie sich meist im Jugendalter. Ihre Größe, Anzahl und Form ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Zu Beginn bilden sich die weißen Flecken meist an den Handrücken, Augenlidern und Mundwinkeln. Die Weißfleckenkrankheit ist nicht ansteckend und lediglich eine ungefährliche Pigmentstörung. Dennoch wird sie für die Betroffenen oft als seelische Belastung empfunden. Gesundheitliche Beschwerden oder andere Symptome löst die Weißfleckenkrankheit in der Regel keine aus.

Während braune Flecken entstehen, weil sich in den Hautarealen zu viel Melanin eingelagert hat, ist die Ursache der Vitiligo ein Pigmentverlust - es wird von den Pigmentzellen nur eingeschränkt oder gar kein Melanin hergestellt, was sich an den hellen Flecken erkennbar macht.
vitiligo weißfleckenkrankheit weiße flecken bilder

Welche Ursachen hat Vitiligo?

Warum die Melaninproduktion der Melanozyten bei der Weißfleckenkrankheit eingeschränkt ist, konnte bisher nicht vollends geklärt werden.

Vermutet wird, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der das Immunsystem gegen die körpereigenen Pigmentzellen vorgeht. Es bilden sich Antikörper gegen die Melanozyten, wodurch diese zerstört werden und die Melaninproduktion nicht stattfindet. Warum es zu dieser Fehlleitung des Abwehrsystems kommt, ist bislang unklar.


Auch die Genetik scheint bei der Entstehung von Vitiligo eine Rolle zu spielen. Häufig sind mehrere Familienmitglieder von der Weißfleckenkrankheit betroffen.


Außerdem konnte geklärt werden, dass oxidativer Stress (z.B. durch Sonneneinstrahlung) in der Haut Vitiligo auslösen kann. In den Zellen sammelt sich übermäßig viel Wasserstoffperoxid, das die Melanozyten angreift und so die Melaninproduktion verhindert.

Was kann Vitiligo auslösen?

Die Ursachen für die hellen Verfärbungen sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch bekannte Risikofaktoren, die einen Ausbruch oder Schub der weißen Flecken auslösen können. Hierzu zählen:

  • oxidativer Stress (vor allem ausgelöst durch UV-Strahlen bzw. Sonnenbrände)
  • Stress (anhaltende psychische Belastung oder körperlicher Stress, z.B. bei einer Grippe)
  • lokale Entzündungen der Haut (z.B. Schuppenflechte, Neurodermitis)

Es wird auch diskutiert, ob es einen Zusammenhang zwischen der Weißfleckenkrankheit und Veränderungen im Hormonhaushalt, beispielsweise während der Pubertät oder einer Schwangerschaft gibt. Diese Annahme ist recht wahrscheinlich, da Vitiligo meist während der Pubertät oder zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr erstmals auftritt. Der weibliche Körper durchläuft in diesen Lebensphasen alles in allem oft hormonelle Veränderungen.

Wie behandelt man Vitiligo?

Vitiligo ist zwar nicht heilbar, lässt sich aber recht gut behandeln bzw. kaschieren. In erster Linie sollten auslösende Faktoren wie Stress oder UV-Strahlung möglichst gemieden werden, um das Risiko für einen Schub zu reduzieren. Dadurch, dass die Haut durch das Fehlen von Melanin weniger gut geschützt ist, sind Vitiligo Betroffene besonders anfällig für Sonnenbrände und damit steigt auch das Hautkrebsrisiko. Ein Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor sollte daher unbedingt verwendet werden.


Sind vor allem Hautbereiche wie das Gesicht und der Hals betroffen, kann auch eine medikamentöse Behandlung beim Hautarzt mit einer sogenannten Pseudo-Katalase-Creme helfen. Diese ist in der Lage, die Pigmentstörung in Kombination mit gering dosiertem UV-Licht auszugleichen. Die natürliche Pigmentierung der Haut kehrt durch die Pseudo-Katalase wieder zurück und die hellen Stellen verschwinden. Bei Hautbereichen wie den Armen oder Händen ist die Korrektur der Hautfarbe schwieriger, aber auch hier lässt sich durch die Anwendung eine Ausbreitung der Vitiligo reduzieren.


Zum Kaschieren der hellen Hautstellen eignen sich besonders stark deckende Make-Up-Produkte wie Concealer oder Foundations. Die Hautflecken lassen sich auch mit Selbstbräunern abdecken bzw. an die andere Körperhaut anpassen.

Kann Vitiligo von selbst verschwinden?

Die Vitiligo-Erkrankung ist chronisch und nicht heilbar. Haben sich schon viele Flecken gebildet und großflächig über den Körper verteilt ist es äußerst unwahrscheinlich, dass sie von selbst wieder verschwinden. Dadurch, dass Vitiligo schubweise auftritt kann es aber sein, dass manche Pigmentflecken wieder verschwinden oder sich verändern. Ebenso können aber auch immer neue Flecken hinzukommen.


Die Bildung der Flecken ist auch von der Art der Vitiligo abhängig. Manchmal bilden sich die weißen Flecken vereinzelt und bleiben dann unverändert, oder aber sie breiten sich über Jahre hinweg immer weiter aus.

Helle Flecken auf der Haut: Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor)

Weiße Hautareale sind nicht gleich Vitiligo, schließlich ist die Hauterkrankung äußerst selten. Die Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor) wird aufgrund ihres Aussehens häufig mit einer einfachen Pigmentstörung verwechselt. Dabei handelt es sich um eine Hautpilz-Infektion, die von einem Dermatologen oder einer Dermatologen behandelt werden sollte. Ausführliche Informationen zur Kleienpilzflechte finden Sie hier.

Bei der Kleienpilzflechte liegt eine Infektion der Haut mit Malassezia-Hefepilzen vor. Diese sind Teil der natürlichen Hautflora und siedeln sich vor allem in den Haarfollikeln und am Kopfbereich an. Kommt es jedoch zu einer starken Vermehrung, bricht die Erkrankung aus. Diese macht sich an sichtbaren Hautveränderungen bemerkbar.

Erkennbar ist der Hautpilz an scharf abgegrenzten, runden Flecken. Betroffene Hautbereiche sind meist die Brust, der Rücken, die Schultern oder der Hals. Die Arme und der Rumpf sind eher selten befallen. Die Größe der Flecken kann variieren, wobei sie meist etwa so groß wie Linsen sind und mit der Zeit zu unregelmäßigen großflächigen Flecken zusammenwachsen.

Charakteristisch ist die deutliche Abgrenzung von der normalen Hautfarbe. Helle Haut weist meist dunkle Flecken auf, während bei dunkler Haut helle Flecken entstehen. Das erklärt auch, weshalb die Kleienpilzflechte im Sommer auf der gebräunten Haut als kleine weiße Flecken sichtbar wird. Die UV-Strahlung sorgt in der Regel für Bräunung. Durch den Pilzbefall gelangt jedoch keine Sonne an die betroffenen Hautstellen. Der Hefepilz hemmt die Produktion von Melanin. Die Folge ist ein fleckiges Hautbild mit hellen und dunklen Flecken. Die Bezeichnung versicolor “farbwechselnd” bezieht sich auf die Verfärbungen, die rötlich bis gelblich oder aber auch bräunlich sein können.
kleienpilzflechte helle flecken

Welche Ursachen und Auslöser hat Kleienpilzflechte?

Die Malassezia-Hefepilze kommen auch bei gesunden Menschen zu einem bestimmten Anteil vor. Vermehren sie sich jedoch plötzlich und breiten sich uneingeschränkt aus, kommt es zum Ausbruch der Hautkrankheit. Die genaue Ursache hierfür wurde noch nicht gefunden.


Typisch für Pilze fühlt sich auch der Malessia-Hefepilz in einer feucht-warmen Umgebung am wohlsten. In diesem Milieu vermehrt er sich besonders gut. Daher ist die Pityriasis versicolor vor allem in tropischen Ländern sehr verbreitet.


Faktoren, die einen Ausbruch auslösen können sind starkes Schwitzen und eine extreme Talgproduktion der Haut. Daher zeigt die Erkrankung sich im Sommer besonders deutlich - die hellen Flecken auf der Haut setzen sich deutlich von der gebräunten Haut ab und werden durch das Schwitzen zusätzlich gefördert. Weitere Risikofaktoren sind fetthaltige Cremes und ein schwaches Immunsystem.

Wie kann man die Kleienpilzflechte behandeln?

Die Kleienpilzflechte stellt für gewöhnlich keine Gefahr für die Gesundheit dar und ist lediglich ein ästhetisches Problem. Nur selten treten lästige Symptome wie Juckreiz auf.

Zur Behandlung wird meist ein Antipilzmittel (Antimykotikum) eingesetzt. Die betroffenen Stellen werden mit einer Creme oder einer Salbe eingerieben. Unterstützend können auch antimykotische Duschgels oder Shampoos genutzt werden, auch wenn das meist nicht notwendig ist. Ist die Krankheit schon weiter fortgeschritten, kann auch eine orale Therapie mit Tabletten eingesetzt werden.


Die Kleienpilzflechte lässt sich alles in allem gut behandeln. Ist eine Person jedoch anfällig für Pilzerkrankungen ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass die Infektion erneut auftritt. Ist die Vermehrung des Pilzes gestoppt, kann es aber Wochen oder sogar Monate dauern, bis die ursprüngliche Hautfarbe wiederhergestellt ist.

Weitere Ursachen für weiße Flecken auf der Haut

Weiße Flecken, die durch die Sonne vor allem in den Sommermonaten sichtbar werden, können auch andere Ursachen haben.


Findet man weiße Punkte auf der Haut, kann es sich auch um altes Narbengewebe oder Verbrennungen handeln. Dieses Gewebe bildet keine farbgebenden Pigmente, weswegen die weißen Verfärbungen bei gebräunter Haut deutlich auffälliger sichtbar wird.


Auch bei Neurodermitis zeigen sich oft helle Verfärbungen. Das Kratzen durch den starken Juckreiz sorgt für trockene und schuppige Haut. Die Hautschäden werden bei gebräunter Haut als weiße Flecken sichtbar.


Nicht zuletzt können die hellen Stellen auch von Bleichcremes oder falsch aufgetragenen Selbstbräuner verursacht werden. Bleichmittel werden oft zur Behandlung von Pigmentstörungen wie Altersflecken eingesetzt und können umliegende Hautbereiche jedoch stark aufhellen. Auch wer den Selbstbräuner nicht gleichmäßig aufträgt, kann für ein fleckiges Hautbild sorgen.

Können Altersflecken weiß sein?

Wer sich im Internet auf die Suche nach weißen Flecken auf der Haut begibt, findet auch verwandte Suchanfragen zum Thema “Weiße Altersflecken”. Für viele stellt sich daher die Frage, ob es sich bei den weißen Pigmentflecken auch um Altersflecken handeln kann. Altersflecken entstehen durch eine Hyperpigmentierung in Hautarealen, die oft der Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren. Die übermäßige Ansammlung der farbgebenden Pigmente kann der Körper mit zunehmendem Alter schlechter abbauen. Daher bleiben dunkle, braune Flecken zurück. Weiße Altersflecken gibt es nicht.

Wie lassen sich helle Hautflecken vorbeugen?

In den Wintermonaten sind die verfärbten Körperstellen meist weniger auffällig, insofern Betroffene nicht das Solarium besuchen. Um die Entstehung vorzubeugen hilft es, auslösende Faktoren zu vermeiden. Das gilt sowohl für die Krankheiten (Vitiligo, Kleienpilzflechte), als auch für Flecken die aus anderen Gründen entstanden sind.


Bei der Vorbeugung von Pigmentstörungen ist ausreichender Sonnenschutz die Grundvoraussetzung. Aus gesundheitlicher Sicht sollte die Haut immer mit einer Sonnencreme geschützt werden. Auch UV-Schutz in Form von Kleidung und Schatten kann Sonnenschäden wie weiße Flecken verhindern.


Trockene Haut sollte regelmäßig mit geeigneten Produkten gepflegt werden. Hier eignet sich auch die Aktiv Kressesalbe, um die Haut mit Feuchtigkeit und wertvollen Antioxidantien zu versorgen. Gleichzeitig lassen sich dunkle Stellen aufhellen, ohne dass es zu einem unschönen fleckigen Hautbild kommt.


QUELLEN

  • Andreae, S., Avelini, P., Berg, M. Blank, I. & Burk, A. (2008). Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen (2. Auflage). Georg Thieme Verlag.
  • Renati, S., Cukras, A. & Bigby, M. (2015). Pityriasis versicolor. BMJ, 350. DOI: 10.1136/bmj.h1394
  • Vrijman, C. et al. (2012). The prevalence of thyroid disease in patients with vitiligo: a systematic review. British Journal of Dermatology, 167(6). 1224-1235. DOI: 10.1111/j.1365-2133.2012.11198.x