Pityriasis versicolor: Sind die dunklen Flecken ansteckend?

Natalja Felsing

23. November, 2021

Pityriasis versicolor: Sind die dunklen Flecken ansteckend?

Pigmentflecken sind in den meisten Fällen harmlos. Es handelt sich dabei meist um eine Funktionsstörung in der Haut, bei der sich stellenweise zu viel Hautpigment ansammelt. Die Ursache hierfür sind Hautschäden, die durch den andauernden Einfluss von UV-Strahlen entstehen. Sobald dunkle Flecken auf der Haut entstehen, sollten diese mit einem Hautarzt abgeklärt werden. Es kann sich nämlich auch um eine Hautpilz-Infektion Pityriasis versicolor handeln, die unbedingt behandelt werden muss. Wir zeigen, woran man die Pilzerkrankung erkennt, wie man sie behandelt und ob man sich vor einer Ansteckung fürchten muss.

Pityriasis versicolor Kleienpilzflechte

Die Kleienpilzflechte sieht auf den ersten Blick zwar aus wie Pigmentflecken, ist es aber nicht. 

Was ist Pityriasis versicolor?

Bei Pityriasis versicolor - auch unter der Bezeichnung Kleienpilzflechte bekannt - handelt es sich um eine Hautpilzerkrankung, die durch den Hefepilz Malassezia furfur hervorgerufen wird. Diese Pilzgattung kommt natürlicherweise auf der Haut eines Menschen vor, was die Erkrankung eher harmlos macht. Die Pilzinfektion breitet sich rasch durch eine Vermehrung der Hefepilze auf den oberen Hautschichten aus und betrifft vor allem junge Erwachsene. Am häufigsten ist der Oberkörper betroffen. Körperregionen wie die Brust, die Schultern und der Rücken verfügen über besonders viele Haarfollikel, in denen sich die Pilze vermehren können. Aber auch am Kopf kann sich die Pilzinfektion schnell ausbreiten.

Vor allem in tropischen Regionen leiden sehr viele Menschen unter der Kleienpilzflechte, da mit dem feuchtwarmen Klima optimale Bedingungen für die Vermehrung der Pilze gegeben sind. Hierzulande sind ca. 3-4 Prozent der Erwachsenen von Pityriasis versicolor betroffen.

Was sind die Ursachen für die Entstehung von Pityriasis versicolor?

Auslöser für die Entstehung von Pityriasis versicolor ist ein Hefepilz der Gattung Malassezia. Diese Art von Hefepilz kommt vor allem in den Haarfollikeln vor, die zugleich mit den Talgdrüsen in der Haut verbunden sind. Der Talg aus den Talgdrüsen dient dem Malassezia Hefepilz als Nahrungsquelle. Grundsätzlich bereitet der Hefepilz in der Haut keine Beschwerden. Bei einer Pityriasis versicolor entstehen für das Pilzwachstum günstige Bedingungen und er verändert sich zu einer “aggressiveren” Form. Hefepilze bevorzugen eine feuchtwarme Umgebung durch eine verstärkte Schweiß- und Talgproduktion. Die Ursachen hierfür sind:
  • das Tragen von synthetischer, nicht atmungsaktiver Kleidung
  • hormonell bedingte, verstärkte Schweiß- und Talgproduktion
  • feucht-warmes Klima im Sommer
  • fettreiche Körperpflegeprodukte
  • geschwächtes Immunsystem

Bei einigen Menschen ist die übermäßige Vermehrung des Hefepilzes genetisch bedingt.

Welche Symptome treten auf?

Liegt eine Pityriasis versicolor vor, führt die massenhafte Vermehrung des Hefepilzes zu einer Hautveränderung. Es bildet sich ein Pilzrasen auf der Hautoberfläche. Dabei entstehen zunächst bräunliche Umrandungen, die immer weiter wachsen und im Verlaufe der Infektion zu großflächigen und unregelmäßigen, aber scharf begrenzten Flecken zusammenwachsen.

Versicolor steht dabei für farbwechselnd, was sich auf die Färbung der Flecken bei der Hauterkrankung bezieht. Diese können unterschiedliche Brauntöne aufweisen und auch gelblich oder rötlich erscheinen.


Typisch für die Symptome einer Pityriasis versicolor ist außerdem eine fein geschuppte Oberfläche der Flecken. Sie erinnert an das Aussehen von Kleie, weshalb die Hauterkrankung auch als Kleienpilzflechte bzw. Kleieflechte bezeichnet wird. Die Hautflecken können 1-2 Zentimeter groß werden und verursachen nur selten Juckreiz.


Die weißen Flecken entstehen im Laufe der Pilzerkrankung, wenn UV-Strahlung auf die Haut trifft. Sie regt die Melaninproduktion in der Haut an, was eine Braunfärbung der Haut hervorruft. Die von der Pityriasis versicolor betroffenen Hautregionen werden durch den Pilzschicht jedoch weitestgehend von der UV-Strahlung abgeschirmt. Das liegt u.a. daran, dass der Hefepilz eine Substanz bildet, die die Melaninproduktion unterbindet. Es entsteht ein fleckiges Hautbild, bestehend aus dunkleren und helleren Flecken.

Wie unterscheidet sich Pityriasis versicolor von Pigmentflecken?

  • Auf den ersten Blick mögen Pigmentflecken und die Kleienpilzflechte sehr ähnlich aussehen. Insbesondere dann, wenn im Sommer die gesunde Haut leicht gebräunt ist und die betroffene, helle Haut sich farblich unterscheidet. Hinzu kommt, dass eine Pityriasis versicolor meist ohne weitere Symptome wie Juckreiz, Schwellungen oder Rötungen verläuft. Wie kann man also die Hautveränderungen einer Kleienflechte von den Hautveränderungen bei Pigmentflecken unterscheiden?

  • Ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal ist das Auftreten und Aussehen der Flecken. Bei einer Pityriasis können sehr großflächige Flecken vorkommen, die sich über den gesamten oberen Rücken oder das Dekolleté erstrecken. Pigmentflecken hingegen sind in der Regel kleiner.

  • Auch das Fleckenbild unterscheidet sich. Bei Pigmentflecken ist die gesunde Haut heller und die betroffenen Stellen sind überpigmentiert und damit dunkler. Bei einer fortgeschrittenen Pityriasis versicolor hingegen ist die gesunde Haut dunkler als die von dem Pilz befallene Haut. Der Pilzbefall verhindert nämlich, dass Melanin in den betroffenen Hautstellen gebildet wird.

  • Das letzte Unterscheidungsmerkmal ist die schuppige Oberfläche, die nur bei der Pityriasis versicolor auftritt. Die Schuppung ist sehr fein und eindeutig erkennbar. Pigmentflecken weisen im Normalfall keine schuppige Hautoberfläche auf.

Unser Tipp bei Pigmentflecken

Unser Tipp bei Pigmentflecken

Ist eine Pityriasis versicolor ansteckend?

Menschen mit Hauterkrankungen aller Art sind häufig mit einer Stigmatisierung konfrontiert. Diese resultiert aus der Angst vor Ansteckung, denn Hautkontakt kann nicht immer vermieden werden bzw. gehört in vielen sozialen Situationen dazu. Viele sind der Meinung, dass Hautkrankheiten mit mangelnder Pflege zusammenhängen und immer übertragbar sind - doch dem ist nicht so.


Die Pityriasis versicolor ist nicht ansteckend und damit besteht keine Infektionsgefahr für andere Menschen bei normalem Körperkontakt. Der Hefepilz kommt natürlicherweise in der Haut jedes Menschen vor und ist kein externer Erreger.

Wie wird eine Pityriasis versicolor diagnostiziert?

Sobald man eine Kleienpilzflechte vermutet, sollte ein Hautarzt aufgesucht werden. Dieser kann ausschließen, dass es sich bei den Hautveränderungen um etwas anderes und ggf. ernsteres handelt als um eine Pilzerkrankung.


Zur Diagnose schaut sich der behandelnde Arzt die betroffenen Stellen und die Flecken genauer mit einem Spatel an, um mögliche Schuppungen besser sichtbar zu machen. Diese sind nämlich ein typisches Indiz für die Kleienpilzflechte. Zusätzlich erfolgt die Untersuchung der Hautschuppen unter dem Mikroskop, die vorher mit einem Klebestreifen entnommen wurden. Auch eine spezielle UV-Lampe (Wood-Licht) hilft dabei, die Pityriasis versicolor von einer anderen schuppenden Hautpilzerkrankung mit Fleckenbildung zu unterscheiden.

Behandlung und Therapie: Wann kann man gegen Kleienpilzflechte tun?

Liegt eine Pityriasis versicolor vor, sollten zunächst alle Faktoren, die das Pilzwachstum begünstigen, beseitigt werden. Das bedeutet:

  • atmungsaktive Kleidung aus Naturfasern tragen und auf Kunstfasern verzichten
  • nach schweißtreibenden Aktivitäten sofort duschen gehen
  • keine fetthaltigen Körperlotionen auftragen

Zur Behandlung der Kleienpilzflechte wird meist ein Antimykotikum in Form einer Creme bzw. Salbe eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein pilzabtötendes Arzneimittel, das z.B. Wirkstoffe wie Clotrimazol oder Fluconazol enthält und das Wachstum der Hefepilze hemmt. Diese wird 2 Mal täglich aufgetragen. Auch die Anwendung antimyotischer Duschgele und Shampoos können zur Unterstützung der Behandlung einer Kleienpilzflechte angewendet werden. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn der oder die Betroffene anfällig für wiederkehrende Infektionen mit der Kleienpilzflechte ist.


Bei einer fortgeschrittenen Pityriasis versicolor erfolgt die Therapie auch von innen heraus mit Hilfe von Tabletten.

Kleienpilzflechte hat einen milden Krankheitsverlauf und ist sehr gut behandelbar. Damit stellt sie keine Gefahr für die Gesundheit dar, solange eine Behandlung erfolgt.

Sobald die Vermehrung des Hefepilzes eingedämmt ist, kann es noch mehrere Wochen oder sogar Monate dauern, bis die betroffenen Hautstellen ihre ursprüngliche Pigmentierung wieder angenommen haben. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Kleienpilzflechte noch aktiv ist.

Können Hausmittel bei Pityriasis versicolor helfen?

Oftmals trauen sich Menschen mit einer Hauterkrankung wie Pityriasis versicolor aus Scham oder Angst vor Verurteilung nicht, professionelle Hilfe aufzusuchen. Viele greifen daher auf altbewährte Hausmittel statt auf Medikamente zurück, um die Krankheit in den Griff zu bekommen.


Bei einem leichten Befall können Hausmittel mit antimikrobieller Wirkung tatsächlich die krankhafte Vermehrung des Pilzes eindämmen. Ist die Kleienpilzflechte jedoch schon stark ausgeprägt, sind Hausmittel allen nicht für die Therapie geeignet.

Folgende Hausmittel können bei einer leichten Pityriasis versicolor Linderung verschaffen:

  • ätherische Öle wie z.B. Teebaumöl, Zimtöl (Vorsicht bei der unverdünnten Anwendung auf der Haut!)
  • Apfelessig
  • Knoblauch und Zwiebeln
  • Manuka Honig

QUELLEN

  • HS Füeßl: Kleienpilzflechte macht die Haut scheckig. 2016.
  • AK Gupta, R Bluhm, R Summerbell: Pityriasis versicolor. 2002.