Niacinamide gegen Pigmentflecken: Wie ist die Wirkung?

Niacinamide gegen Pigmentflecken: Wie ist die Wirkung?

Redaktion, 03. APRIL 2024

Niacinamide pigmentflecken

Helfen Niacinamide wirklich gegen Pigmentflecken? Und wie wirken sie?

Pickelmale, Altersflecken, Sonnenflecken - Pigmentflecken hat niemand gerne im Gesicht, egal welche Sorte davon. Oft kann man einzelne Flecken überschminken, aber auf Dauer ist das ziemlich lästig, aber den Wunsch nach einer reinen Haut hat fast jeder. Hautpflege-Trends um bestimmte Wirkstoffe kommen und gehen, aber ein Produkt, das in den letzten Jahren stark an Popularität gewonnen hat, ist Niacinamid, auch bekannt als Vitamin B3. Was kann das Wundermittel alles? Und wie effektiv sind Niacinamide gegen Pigmentflecken? In diesem Blogartikel werden wir uns genauer mit dieser Frage beschäftigen und die Wirkung von Niacinamide auf Pigmentflecken genauer unter die Lupe nehmen.

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Da Bleichcremes oft für ein fleckiges Hautbild sorgen und die professionelle Behandlung teuer und zeitaufwendig ist, entscheiden sich immer mehr Männer und Frauen mit Altersflecken für Hausmittel. Tatsächlich können die natürlichen Mittel Altersflecken schonend aufhellen und auch vorbeugen.

Was sind Pigmentflecken?

Pigmentflecken, auch als Hyperpigmentierung bekannt, sind dunkle Flecken auf der Haut, die durch eine übermäßige Produktion von Melanin entstehen. Melanin ist das Pigment, das für die Färbung der Haut verantwortlich ist. Wenn die Haut einer übermäßigen Sonneneinstrahlung, Entzündungen oder anderen schädlichen Einflüssen ausgesetzt wird, kann dies zu einer ungleichmäßigen Verteilung von Melanin führen, was Pigmentflecken entstehen lässt. Es gibt dabei verschiedene Arten von Pigmentflecken, darunter:
Pigmentflecken

Altersflecken

Diese Pigmentflecken treten typischerweise mit zunehmendem Alter auf und sind das Ergebnis jahrelanger Sonneneinwirkung. Sie erscheinen als dunkle Flecken auf den Händen, im Gesicht und anderen sonnenexponierten Bereichen wie dem Dekolleté.

Sommersprossen

Übermäßige Sonneneinstrahlung kann zu einer erhöhten Produktion von Melanin führen, was zu dunklen Flecken führt, die als Sonnenflecken oder Sommersprossen auf der Haut zurückbleiben.

Melasma

Ein Melasma kommt häufig bei Frauen vor und ist eine Pigmentstörung des Hautfarbstoffs Melanin. Während einer Schwangerschaft entstehen Melasmen besonders häufig, was auf die Hormonschwankungen zurückzuführen ist. 

Pickelmale

Diese Art von Pigmentflecken tritt häufig nach einer Entzündung oder Verletzung der Haut auf, wie z.B. bei Pickeln, Akne oder Hautverletzungen. Die betroffenen Bereiche können dunkler erscheinen als die umgebende Haut und werden auch postinflammatorische Hyperpigmentierungen genannt. Vor allem wenn man Pickel ausdrückt, entstehen kleine Verletzungen, die als Pickelmale zurückbleiben.

Unser Tipp bei Altersflecken

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Wie entstehen Pigmentflecken?

Die Entstehung von Pigmentflecken wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst und ist oft ein Zusammenspiel mehrerer Gründe. Der Hauptgrund für die Bildung von Pigmentflecken ist die übermäßige Produktion von Melanin. Diese übermäßige Melaninproduktion kann durch verschiedene Auslöser ausgelöst werden:

UV-Strahlung

Die häufigste Ursache für Pigmentflecken ist die Sonnenexposition. UV-Strahlen können die Melaninproduktion in der Haut anregen, was zu einer vermehrten Produktion von Melanin führt. Dies kann zu Sonnenflecken, Sommersprossen und mit zunehmendem Alter zu Altersflecken führen.

Hormonelle Veränderungen

Hormonelle Veränderungen, wie sie während den Wechseljahren, der Schwangerschaft oder durch die Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln auftreten, können ebenfalls zu einer erhöhten Melaninproduktion führen. Diese Art von Pigmentflecken wird oft als Melasma bezeichnet und tritt typischerweise im Gesicht auf.

Entzündungen und Verletzungen

Entzündliche Hauterkrankungen wie Akne können zu einer erhöhten Melaninproduktion führen, was zu dunklen Flecken führen kann. Auch Hautverletzungen, wie sie durch Kratzen, Pickel ausdrücken oder Schneiden entstehen können, führen zu Pigmentflecken.

Genetische Veranlagung

Einige Menschen sind genetisch anfälliger für die Entwicklung von Pigmentflecken als andere. Wenn Pigmentflecken in der Familie vorkommen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass auch andere Familienmitglieder betroffen sind.

Duftstoffe

Parfum oder andere Produkte, welche bestimmte Duftstoffe enthalten, können in manchen Fällen Pigmentflecken verursachen. Durch diese Duftstoffe, wie beispielsweise Alkohol, wird die Haut äußerst empfindlich und wird anfälliger für äußere Umwelteinflüsse wie UV-Strahlung.

Wie kann man Pigmentflecken entfernen?

Die Entfernung von Pigmentflecken kann je nach Art und Schweregrad der Flecken unterschiedliche Methoden erfordern. Hier sind einige gängige Methoden, um Pigmentflecken zu behandeln, aufzuhellen und zu entfernen:

Laser

Eine Lasertherapie ist die effektivste Methode zur Behandlung von Pigmentflecken, insbesondere bei schwer zu behandelnden Flecken oder bei großen Hautarealen, die betroffen sind. Laser können gezielt auf die Pigmentflecken abzielen und die oberste Hautschicht und damit auch die Pigmentflecken abtragen. Meist sind mehrere Sitzungen erforderlich, um optimale Ergebnisse zu erzielen, und es kann zu vorübergehenden Rötungen oder Schwellungen kommen. Die Ergebnisse sind aber dauerhaft und so können Pigmentflecken vollständig entfernt werden.

Chemische Peelings

Chemische Peelings mit AHA oder BHA Säuren tragen die oberste Schicht der Haut sanft ab und lassen Pigmentflecken verblassen. Dies kann das Hautbild verbessern und einen gleichmäßigen Teint fördern, erfordert jedoch eine gewisse Erholungszeit und kann mit Risiken wie Rötungen und Schälung der Haut verbunden sein.

Kryotherapie

Bei der Kryotherapie werden Pigmentflecken mit flüssigem Stickstoff behandelt, um die oberste Schicht der Haut zu entfernen. Dies kann dazu beitragen, Pigmentflecken zu verblassen, erfordert jedoch mehrere Behandlungen und kann zu vorübergehenden Nebenwirkungen wie Rötungen, Schwellungen und Blasenbildung führen.

Wirkstoffe

Es gibt eine Vielzahl von topischen Behandlungen mit Seren oder Cremes, die helfen können, Pigmentflecken zu verblassen. Dazu gehören Produkte mit Inhaltsstoffen wie Hydrochinon, Azelainsäure, Zink, Vitamin C, Retinol, Alpha-Hydroxysäuren (AHA) und Niacinamid. Auch das Kresse-Extrakt der Biovolen Kressesalbe kann dazu beitragen Pigmentflecken aufzuhellen und wurde speziell für diesen Zweck entwickelt. Diese Inhaltsstoffe können die Melaninproduktion hemmen und das Erscheinungsbild von Pigmentflecken allmählich reduzieren.

Was sind Niacinamide?

Niacinamide, auch bekannt als Nicotinamid oder Vitamin B3, ist eine wasserlösliche Vitamin Form, die eine Vielzahl von positiven Effekten auf die Haut haben kann. Es gehört zur Familie der B-Vitamine und spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechselprozess der Zellen. Niacinamide werden als Derivat oft in Seren oder Cremes verwendet, aufgrund ihrer vielfältigen Vorteile für die Hautgesundheit. Einige der wichtigsten Vorteile von Niacinamide für die Haut sind:

Reguliert die Talgproduktion

Niacinamide sind oft in Pflegeprodukten für Mischhaut oder unreine Haut enthalten, da sie die Talgproduktion regulieren können. Dadurch werden Pickel, fettige Haut und Unreinheiten vorgebeugt.

Stärkung der Hautschutzbarriere

Niacinamide können dabei helfen, die Hautbarriere zu stärken, was bedeutet, dass die Haut besser in der Lage ist, Feuchtigkeit zu speichern und Schadstoffe abzuwehren. Dies kann dazu beitragen, die Haut vor äußeren Reizen zu schützen und sie gesund und strahlend aussehen zu lassen. Dies geschieht, da Niacinamide die Produktion von Lipiden fördern und den Hydrolipidfilm auf der Haut wiederherstellen.

Entzündungshemmende Wirkung

Niacinamide haben entzündungshemmende Eigenschaften, die helfen können, Rötungen und Reizungen zu reduzieren. Es kann besonders nützlich sein bei der Behandlung von Akne und anderen entzündlichen Hautzuständen.

Aufhellende Wirkung

Eine der vielversprechendsten Eigenschaften von Niacinamide ist die Fähigkeit, die Produktion von Melanin in der Haut zu regulieren. Indem es die Überproduktion von Melanin hemmt, kann Niacinamide dazu beitragen, das Erscheinungsbild von Pigmentflecken zu verbessern und eine gleichmäßigere Hautfarbe zu fördern.

Anti-Aging-Effekte

Niacinamid kann auch dazu beitragen, die sichtbaren Zeichen der Hautalterung zu reduzieren, indem es die Kollagenproduktion stimuliert und die Hautelastizität verbessert. Dadurch kann es helfen, feine Linien und Fältchen zu reduzieren und die Haut straffer und jünger aussehen zu lassen.

Können Niacinamide Pigmentflecken entfernen?

Studien haben gezeigt, dass Niacinamide, wenn sie auf die Haut aufgetragen werden, bestehende Pigmentflecken aufhellen und das Entstehen von neuen Pigmentflecken reduzieren können. Forscher fanden heraus, dass eine Konzentration von 4 % Niacinamid genauso effektiv bei der Abschwächung von Pigmentflecken war wie eine 4 %ige Hydrochinon-Lösung. Hydrochinon ist ein Bleichmittel Bestandteil, das seit 2001 aufgrund seines krebserregenden Potentials in Kosmetikprodukten in Europa verboten ist.


Die aufhellende Wirkung von Niacinamid beruht auf zwei biologischen Wirkmechanismen:


  • Es stimuliert die Kollagensynthese: Obwohl der biologische Mechanismus noch nicht vollständig verstanden ist, hat die Studie gezeigt, dass Niacinamid die Produktion von Kollagen fördern kann. Dies kann dazu beitragen, das Erscheinungsbild von Pigmentflecken aufgrund von Photoaging (Hautalterung durch UVA-Strahlen der Sonne) zu mildern.

  • Hemmung der Melaninproduktion: Eine der Hauptwirkungen von Niacinamide auf die Haut ist die Regulation der Melaninproduktion. Indem es die Überproduktion von Melanin hemmt, kann Niacinamide dazu beitragen, das Erscheinungsbild von Pigmentflecken zu reduzieren und eine gleichmäßigere Hautfarbe zu fördern.

  • Aufhellung vorhandener Flecken: Studien haben gezeigt, dass die regelmäßige Anwendung von Niacinamide-haltigen Produkten dazu beitragen kann, das Erscheinungsbild von bereits vorhandenen Pigmentflecken aufzuhellen. Dies geschieht durch die Hemmung der Übertragung von Melanosomen, den Zellorganellen, die Melanin enthalten, von den Melanozyten auf die umgebenden Hautzellen.

Anwendungstipps von Niacinamiden

Wer Niacinamide in die Hautpflege Routine einbinden möchte, kann dies ganz einfach tun. Wir zeigen Ihnen wie Sie das am besten machen:


  • Für optimale Ergebnisse empfiehlt es sich, das Serum zweimal täglich anzuwenden, einmal morgens und einmal abends. Die korrekte Reihenfolge ist dabei wichtig: Nach der Reinigung und einem optionalen Peeling wird das Serum auf die Haut aufgetragen, bevor Cremes verwendet werden.

  • Ein Niacinamid Serum lässt sich problemlos mit anderen Wirkstoffen wie Retinol, Vitamin C oder Hyaluronsäure kombinieren.

  • Es ist ratsam, zunächst mit einer niedrigen Konzentration von zwei Prozent Niacinamid zu beginnen und diese dann langsam zu steigern, bis zu einer Konzentration von zehn Prozent. In einigen Fällen, insbesondere bei Akne und hartnäckigen Problemen, kann auch eine höhere Konzentration von bis zu 20 Prozent in Betracht gezogen werden. Jedoch sollte die Anwendung von Pflegeprodukten bei Hauterkrankungen immer in Absprache mit einem Dermatologen erfolgen.

  • In seltenen Fällen kann Niacinamid (harmlose) Rötungen und ein leichtes Kribbeln verursachen, was auch als Nia-Flush bezeichnet wird. Um diesen Effekt zu vermeiden, ist es wichtig, ein Serum von hochwertiger Qualität zu verwenden und die Konzentration entsprechend dem eigenen Hauttyp anzupassen.

Gibt es bei Niacinamiden eine Erstverschlimmerung?

Wenn man ein neues Hautpflegeprodukt mit einem neuen Wirkstoff verwendet, kann es manchmal passieren, dass eine Erstverschlimmerung der Haut auftritt, bevor sich positive Wirkungen zeigen. Dies kann durch verschiedene Faktoren wie die Anpassung der Haut an neue Inhaltsstoffe oder eine Reaktion auf die Behandlung selbst verursacht werden.


Im Fall von Niacinamid ist eine Erstverschlimmerung jedoch selten. Niacinamid ist im Allgemeinen gut verträglich und verursacht selten Nebenwirkungen. Da es entzündungshemmende Eigenschaften hat, kann es sogar dazu beitragen, Hautirritationen zu reduzieren, anstatt sie zu verstärken.


Dennoch kann es in einigen Fällen zu einer vorübergehenden Empfindlichkeit oder Rötung kommen, insbesondere wenn die Haut zu Beginn der Anwendung nicht daran gewöhnt ist. Dies ist jedoch in der Regel mild und verschwindet oft nach kurzer Zeit von selbst, wenn sich die Haut etwas an das Produkt gewöhnt hat.

Fazit

Insgesamt zeigt die Forschung, dass Niacinamid eine vielversprechender Wirkstoff in der Hautpflege ist, insbesondere wenn es darum geht, Pigmentflecken zu behandeln. Durch seine vielfältigen Wirkmechanismen, darunter die Regulation der Melaninproduktion, die entzündungshemmenden und talgregulierenden Eigenschaften und die Stärkung der Hautbarriere, kann Niacinamid dazu beitragen, das Erscheinungsbild von Pigmentflecken zu reduzieren und einen gleichmäßigen Teint zu fördern.


Die Wirkung von Hautpflegeprodukten kann allerdings sehr unterschiedlich ausfallen und man muss bedenken, dass diese Produkte keine Wunder vollbringen können. Wer Pigmentflecken vollständig und dauerhaft loswerden möchte, wird vermutlich nicht um eine Laserbehandlung herumkommen. Die Verwendung von Niacinamiden bei Pigmentflecken ist jedoch auf jeden Fall einen Versuch wert, da die aufhellenden Eigenschaften bewiesen wurden.


Haben Sie Erfahrungen bei der Verwendung von Niacinamiden? Berichten Sie uns in den Kommentaren davon!


QUELLEN

  • SCHNICKER M.S. & al. Niacinamide stimulates collagen synthesis from human dermal fibroblasts and differentiation marker in normal human epidermal keratinocytes: Potential of niacinamide to normalize aged skin cells to correct homeostatic balance. 59th Annual Meeting American Academy of Dermatology (2001).
  • BOISSY R. E. & al. The effect of niacinamide on reducing cutaneous pigmentation and suppression of melanosome transfer. British Journal of Dermatology (2002).
  • MONCADA B. & al. A double-blind, randomized clinical trial of niacinamide 4% versus hydroquinone 4% in the treatment of melasma. Dermatology Research and Practice (2011).

Lina Mattern

Nach Abschluss ihres Studiums an der Hochschule Kempten hat sich Lina privat und beruflich mit Themen aus der Gesundheits-, Fitness- und Beautybranche befasst. Seitdem recherchiert und schreibt sie Blogartikel in dieser Branche und ist Expertin im Beauty- und Gesundheitsbereich. Neben dem Schreiben von aktuellen und ausführlich recherchierten Artikeln, betreut sie auch Social Media Kanäle, die sich um Tipps rund um Schönheit und Gesundheit drehen. Die Blogartikel und der Content orientieren sich dabei immer an der aktuellen Forschungslage. 

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