Braune Flecken auf der Haut: Sind sie gefährlich?

LAURA LINDEMANN

15. Juli, 2021

Braune Flecken: Sind Pigmentstörungen gefährlich?

Niemand hat eine makellose Haut. Sommersprossen, Leberflecken und auch Altersflecken sind eine ganz natürliche Erscheinung. In der Regel sind die braunen Flecken harmlos und nur für den ein oder anderen ein kosmetischer Makel. Doch Vorsicht: Braune Flecken können durchaus gefährlich sein und neben Hautkrebs auch auf weitere Krankheiten hinweisen. 

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Pigmentstörungen sind oft harmlos, können aber auch sehr ernste Ursachen haben!

Welche Arten von Hautflecken gibt es?

Es gibt die verschiedensten braunen Flecken auf der Haut. In der Regel sind sie harmlos, vereinzelt können sie aber auch auf schwerere Krankheiten hinweisen. Je nach Ursache unterscheiden sie sich erheblich in ihrem Erscheinungsbild sowie der Anzahl der Flecken. Im Folgenden erläutern wir die häufigsten Arten brauner Flecken und, was es zu beachten gilt. 

Altersflecken

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Altersflecken entstehen erst im Laufe des Lebens, normalerweise ab dem 40. Lebensjahr. War die Haut oft ungeschützt der Sonne ausgesetzt, können sie sich auch schon früher bilden. Die hell- bis dunkelbraunen Verfärbungen treten meist an Hautpartien auf, die häufig der Sonne ausgesetzt sind: im Gesicht, auf dem Dekolleté oder den Handrücken. Die Flecken sind nicht erhaben, also nicht tastbar. Normalerweise ist diese Form der Pigmentflecken harmlos, sie sollten aber dennoch von einem Arzt untersucht werden. Da Altersflecken ein Anzeichen für einen chronischen Sonnenschaden der Haut sind, sind sie durchaus mit einem erhöhten Hautkrebsrisiko verbunden.

Melasma / Chloasma

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Mittlerweile werden die beiden Begriffe weitgehend gleichbedeutend verwendet. Dabei versteht man unter einem Melasma korrekterweise nur die Flecken, die aufgrund hormoneller Umstellungen in der Schwangerschaft entstanden sind. Daher kommt auch der Name “Schwangerschaftsmaske”. Der Begriff Chloasma hingegen umfasst auch andere Formen der erworbenen, übermäßigen Pigmentierung im Gesicht. Ein Melasma zeigt sich als dunkle, gelblich-braune Hautstellen an den Wangen, der Stirn, dem Kinn oder auch der Oberlippe. Auch Männer können betroffen sein, auch wenn das eher selten vorkommt.


Die Hyperpigmentierung wird bei Frauen durch einen erhöhten Östrogenspiegel verursacht. Daher tritt das Melasma oft während der Schwangerschaft oder durch eine stark östrogenhaltige Anti-Baby-Pille ausgelöst. Reguliert sich der Hormonspiegel wieder, meist nach der Entbindung oder dem Absetzen der Pille, verschwindet das Melasma in der Regel von selbst.

Sommersprossen

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Besonders hellhäutige Menschen neigen zu den kleinen bräunlichen Pünktchen. Wie Altersflecken zeigen sie sich hauptsächlich dort, wo der Körper der Sonne häufig aufgesetzt ist: im Gesicht, dem Hals, auf den Schultern sowie den Armen und Händen. Dabei sind Sommersprossen genetisch veranlagt und werden von der Sonne ausgelöst oder verstärkt. Sie sind weder gefährlich noch schädlich und lediglich ein Hinweis darauf, dass der Mensch empfindlicher auf Sonne reagiert. 

Leberflecke / Muttermale

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Leberflecke oder Muttermale sind meist etwa stecknadelkopf- bis linsengroß und befinden sich in der Regel am Körper. Sie unterscheiden sich in ihrem Erscheinungsbild und sind meist tastbar. Leberflecken sind in der Regel erblich bedingt. Wird die Haut oft der Sonne ausgesetzt, verändern sich die Flecken mit der Zeit. Muttermale dagegen sind angeboren oder entstehen innerhalb der ersten Lebenswochen. Bei den Flecken besteht ein erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Ein Drittel aller Hautkrebserkrankungen geht von Leberflecken oder Muttermalen aus, die sich zu einem bösartigen Tumor entwickeln. Vor allem Menschen mit vielen Pigmentflecken sollten diese regelmäßig vom Arzt untersuchen lassen. Dies gilt besonders, wenn ein Mal unerwartet größer wird oder die Oberfläche sich verändert (schuppig, rau).

Melanom (Hautkrebs)

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Ein dunkler, auffälliger Fleck kann ein Anzeichen für eine bösartige Entwicklung sein. Ein Melanom (schwarzer Hautkrebs) zeigt sich meist als leicht erhabener Fleck oder Knoten. Die Oberfläche ist dabei verändert und die Ränder unregelmäßig ausgefranst. Der Fleck kann verschiedene Farben haben, oft ist er dunkelbraun, schwarz-blau oder rötlich. Manchmal ist er auch farblos. Ein Melanom bildet sich häufig im Gesicht, am Rücken oder den Gliedmaßen. Vor allem der Unterschenkel ist oft betroffen.


Stark gefährdet sind hellhäutige Menschen, die verstärkt zu Leberflecken und Muttermalen neigen. Intensives Sonnenbaden und häufige Sonnenbrände erhöhen das Risiko deutlich. Auch die erbliche Veranlagung oder ein geschwächtes Immunsystem spielen eine Rolle.

Ein regelmäßiges Screening beim Hautarzt ist dringend zu empfehlen.

Wann sollte man mit braunen Flecken zum Arzt?

Braune Flecken können sich mit der Zeit zu einem bösartigen Melanom entwickeln. Um diese Entwicklung rechtzeitig erkennen und behandeln zu können, sollten braune Flecken immer von einem Arzt beurteilt werden. Das kann im Rahmen der Hautkrebsvorsorge geschehen, aber auch unabhängig davon. Bei auffallenden Veränderungen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Daher ist es wichtig, bestehende Verfärbungen der Haut selbst aufmerksam zu beobachten. Treffen folgende Punkte zu, sollten die Flecken immer von einem Arzt untersucht werden:

  • die dunkle Stelle wird größer, Form und/oder Farbe verändert sich
  • der Rand ist ungleichmäßig ausgefranst und nicht mehr klar umgrenzt
  • die Hautoberfläche ist unregelmäßig, schuppt oder entzündet sich
  • ein ehemals flacher Fleck wird zu einem tastbaren Knötchen/Pustel
  • die Hautstelle juckt und/oder schmerzt, ist gerötet oder bildet Blasen

Kommt es ergänzend zu Beschwerden wie Schmerzen und Schwellungen der Beine, Krampfadern, Müdigkeit und Fieber, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. 

Bei diesen Krankheiten kann es zu braunen Flecken auf der Haut kommen

Pigmentstörungen können nicht nur durch vermehrte Sonneneinstrahlung oder aus erblichen Gründen entstehen. Auch einige Krankheiten äußern braune Flecken als Begleitsymptome. 

Braune Flecken auf der Haut: Leber

Bei der Eisenspeicherkrankheit handelt es sich um eine erbliche Erkrankung der Leber. Eins ihrer vielfältigen Symptome sind dunkle Verfärbungen der Haut, die üblicherweise an den Achseln auftreten. Der Körper ist nicht dazu in der Lage, Eisen richtig zu speichern und abzubauen. Überschüssiges Eisen wird daher unter anderem im Gewebe der Haut oder anderer Organe eingelagert. Sichtbar wird das in Form der dunklen Flecken.

Braune Flecken bei Venenschwäche

Liegt eine chronischeVenenschwäche vor, ist die Blutzirkulation in den Beinen gestört und der Venendruck erhöht. Meist tritt Flüssigkeit aus, weshalb die Haut schlechter mit Nährstoffen versorgt wird. Es kann zu Blutungen kleiner Blutgefäße kommen. Das enthaltene Eisen sorgt dann für die sichtbaren, eher bläulich-rötlichen, aber auch ockerfarben bzw. bräunliche Flecken. 

Braune Flecken auf der Haut: Pilz

Die sogenannte Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor) zeichnet sich durch fleckige Hautveränderungen aus. Vor allem der Rücken- und der Brustbereich sind von den dunklen Flecken betroffen. Bestimmte körpereigene Hefepilze befallen die oberste Hautschicht und sorgen für runde, scharf abgegrenzte Flecken. Meist verbinden sich mehrere Flecken zu unregelmäßigen und großflächigen Verfärbungen. Dabei ist die Kleienpilzflechte als eine der wenigen Pilzerkrankungen nicht ansteckend.


Behandelt wird der Pilz mit einem Antimykotikum. Es kommt häufig vor, dass der Pilzbefall auch nach einer Behandlung immer wieder ausbricht.

Braune Flecken durch Medikamente?

Auch Medikamente können Pigmentstörungen verursachen. Nach der Anwendung können vereinzelte Flecken auftreten, die meist erst rötlich sind und später eine bräunliche Farbe annehmen. Manchmal jucken oder schmerzen die Flecken. Die Pigmentflecken können dabei vorübergehend oder dauerhaft sein.


Bekannt für fleckige Verfärbung der Haut sind vor allem Arzneimittel mit Johanniskrautextrakt. Durch das enthaltene Hypericin wird die Haut lichtempfindlicher. Die UV-Strahlung sorgt für eine sonnenbrandähnliche Reaktion der Haut, die bräunliche Flecken verursacht. Gleiches gilt auch für hormonelleVerhütungsmittel (s. Melasma) sowie bestimmte Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen und Rheuma.


Örtlich angewendete Aknemittel hinterlassen oft dunkle Flecken an den Aknenarben, vor allem wenn die Hautbereiche häufig Licht und Sonne ausgesetzt sind.

Chloroquin, das gegen Malaria eingesetzt wird, kann ebenfalls braune Flecken im Gesicht oder an den Nägeln hervorrufen. Auch Chemotherapeutika sind bekannt dafür, Pigmentstörungen zu verursachen.


QUELLEN

  • Bacon, B.R., Adams, P. C., Kowdley, K.V., Powell, L.W. & Tavill, A.S. (2011). Diagnosis and Management of Hemochromatosis: 2011 Practice Guideline by the American Association for the Study of Liver Diseases. Hepatology, 54(1), 328-343. doi:10.1002/hep.24330
  • Bilharz, C. (2014). Gestörte Pigmentierung. Deutsche Apotheker Zeitung, 72(4).
  • Pape-Werlich, L. (2019, 11. Dezember). Pigment- und andere Flecken - das haben sie zu bedeuten. Techniker Krankenkasse. https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/haut-und-geschlechtskrankheiten/was-sind-pigmentflecken-2017634?tkcm=ab