Hyperpigmentierung der Haut entfernen: So klappt es wirklich
Hyperpigmentierung der Haut entfernen: So klappt es wirklich
Redaktion, 20. März 2025

Hyperpigmentierungen können in verschiedenen Formen auftreten.
Betrachtet man die eigene Haut etwas genauer, fallen einem mit Sicherheit viele Stellen auf, die dunkler erscheinen als die umliegende Haut. Ob Sommersprossen im Gesicht, Altersflecken auf der Hand oder sonstige Pigmentflecken - Hyperpigmentierung gibt es in vielen Formen. Viele fühlen sich von den Flecken in ihrem Erscheinungsbild gestört und möchten sie gern loswerden. Dafür muss man aber erst einmal wissen, um welche Form es sich genau handelt. Wie man das herausfindet und welche Behandlungsmöglichkeiten es gegen Hyperpigmentierung gibt, erfahren Sie hier.

FORSCHUNG
Pigmentflecken entfernen: Dieses Hausmittel hilft!
Da Bleichcremes oft für ein fleckiges Hautbild sorgen und die professionelle Behandlung teuer und zeitaufwendig ist, entscheiden sich immer mehr Männer und Frauen mit Altersflecken für Hausmittel. Tatsächlich können die natürlichen Mittel Altersflecken schonend aufhellen und auch vorbeugen.
Was ist eine Hyperpigmentierung?
Welche Arten von Hyperpigmentierung gibt es?
Altersflecken
Altersflecken (Lentigines solares) sind kleine, braune bis dunkelbraune Verfärbungen, die vor allem an sonnenexponierten Hautstellen wie Gesicht, Händen und Armen auftreten. Sie entstehen durch eine langfristige UV-Belastung, die zu einer vermehrten Produktion von Melanin führt. Diese Pigmentansammlungen sind harmlos, können jedoch kosmetisch störend wirken.
Die Hauptursache ist eine jahrelange, ungeschützte Sonnenexposition, weshalb Altersflecken besonders bei Menschen ab 40 Jahren häufiger zu finden sind. Neben UV-Strahlen kann auch künstliche Bestrahlung, wie im Solarium, die Entstehung beschleunigen.
Melasma
Melasma zeigt sich als unregelmäßige, bräunliche Flecken, die meist symmetrisch im Gesicht auftreten – insbesondere auf der Stirn, den Wangen und über der Oberlippe. Diese Form der Hyperpigmentierung betrifft überwiegend Frauen und wird häufig durch hormonelle Veränderungen, etwa während der Schwangerschaft oder durch die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel, ausgelöst.
Neben hormonellen Schwankungen kann auch UV-Strahlung das Auftreten verstärken. Die Melaninproduktion wird durch Sonneneinstrahlung weiter angekurbelt, weshalb Betroffene oft im Sommer eine verstärkte Pigmentierung bemerken.
Postinflammatorische Hyperpigmentierung
Diese Form tritt als Folge von Hautverletzungen oder Entzündungen auf. Nach Akne, Ekzemen, Schnitten oder anderen Hautreizungen wie einer Laserbehandlung bleibt häufig eine dunklere Verfärbung zurück, die besonders bei Menschen mit dunklerem Hauttyp lange sichtbar sein kann. Grund dafür ist, dass ein dunkler Hautton von Natur aus mehr Melanin produziert. Bei Entzündungen oder Verletzungen reagieren die Melanozyten stärker, wodurch dunkle Flecken länger bestehen bleiben.
Die Ursache liegt in einer übermäßigen Reaktion der Melanozyten auf Entzündungsprozesse. Sobald die Haut gereizt oder verletzt ist, produziert sie als Schutzreaktion mehr Melanin. UV-Strahlen können den Effekt zusätzlich verstärken und die Pigmentflecken hartnäckiger machen.
Genetisch bedingte Pigmentstörungen
Manche Hyperpigmentierungen sind erblich bedingt, wie beispielsweise Sommersprossen (Epheliden). Diese kleinen, rötlich-braunen Flecken treten oft schon im Kindesalter auf und sind das Ergebnis einer genetisch veranlagten, verstärkten Melaninproduktion. In Verbindung mit Sonneneinstrahlung kann ihre Sichtbarkeit intensiviert werden.
Auch bestimmte Hautkrankheiten wie das Peutz-Jeghers-Syndrom oder Neurofibromatose führen zu Hyperpigmentierungen. Hier sind die Pigmentflecken meist größer, unregelmäßiger und betreffen neben der Haut manchmal auch Schleimhäute.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Hyperpigmentierung?
So verschieden die einzelnen Hyperpigmentierungen aussehen, so unterschiedliche Möglichkeiten zur Behandlung gibt es. Teilweise ist es möglich, die Flecken komplett zu entfernen, während bei anderen Formen lediglich eine Aufhellung möglich ist. Das genaue Ergebnis ist von Person zu Person unterschiedlich und hängt auch von der Intensität und Regelmäßigkeit der Behandlung ab.
Aufhellende Cremes
Eine sanfte Möglichkeit zur Reduzierung von Hyperpigmentierungen sind topische Wirkstoffe in Cremes oder Seren. Inhaltsstoffe wie Retinol, Vitamin C oder Niacinamid fördern die Zellerneuerung und hemmen die Melaninproduktion. Ebenfalls existieren Cremes, die auf Basis von pflanzlichen Wirkstoffen Pigmentflecken aufhellen können und die Haut dabei noch mit pflegenden Inhaltsstoffen versorgen. Als Beispiel arbeitet die Biovolen Kressesalbe mit einem Wirkstoff aus Kresse-Extrakt, der bei Altersflecken seine aufhellende Wirkung entfalten kann.
Um sichtbare Erfolge zu erzielen, ist eine konsequente Anwendung über mehrere Wochen erforderlich.
Chemische Peelings
Für tieferliegende Pigmentveränderungen können chemische Peelings eine wirksame Lösung sein. Dabei werden Säuren wie Glykolsäure oder Salicylsäure eingesetzt, um die oberste Hautschicht sanft abzutragen und die Hauterneuerung anzuregen. Besonders Melasma, Aknenarben oder Hyperpigmentierung durch Sonnenschäden lassen sich damit gut behandeln. Trichloressigsäure (TCA) kann bei stärkeren Verfärbungen eingesetzt werden, sollte aber nur unter dermatologischer Aufsicht erfolgen.
Laser-Behandlung
Eine besonders effektive, aber intensivere Methode ist die Lasertherapie, die vor allem bei tiefen oder hartnäckigen Pigmentstörungen zum Einsatz kommt. Wenn die Flecken auf der Haut nicht auf Cremes oder Peelings ansprechen, hilft der Fraxel-Laser, Altersflecken, Sonnenschäden und Narben zu reduzieren. Der Q-Switched-Laser kann tiefer liegende Pigmentablagerungen wie Melasma gezielt auflösen. Obwohl diese Behandlungen sehr wirkungsvoll sind, können Nebenwirkungen wie Hautrötungen auftreten, weshalb sie ausschließlich von Hautärzten durchgeführt werden sollten.
Microneedling
Eine weitere Möglichkeit, Hyperpigmentierung zu reduzieren, ist das Microneedling. Durch winzige Nadeln entstehen Mikroverletzungen, die die Haut zur Regeneration anregen und das Hautbild verbessern. Diese Methode eignet sich besonders gut bei Aknenarben und postinflammatorischer Hyperpigmentierung. In Kombination mit aufhellenden Seren wie Vitamin C kann der Effekt noch verstärkt werden.
Sonnenschutz
Unabhängig von der gewählten Behandlung ist konsequenter Schutz vor Sonnenlicht unerlässlich, um bestehende Pigmentflecken nicht zu verschlimmern oder neue zu verhindern. Ein hoher Lichtschutzfaktor (LSF 30–50) schützt die Haut vor schädlicher UV-Strahlung und beugt Hyperpigmentierungen langfristig vor. Je nach Art und Intensität der Verfärbung kann eine Kombination verschiedener Methoden am besten wirken, weshalb eine dermatologische Beratung sinnvoll sein kann.
Kann man eine Hyperpigmentierung einfach überschminken?
Abgesehen vom Laser werden die Ergebnisse dieser Behandlungsmethoden nicht über Nacht eintreten. Wer auf eine kurzfristige Lösung setzt, kann versuchen, die Flecken zu überschminken. Das stellt sich je nach Körperstelle und Größe der Flecken als mehr oder weniger kompliziert heraus.
Hyperpigmentierungen lassen sich mit Make-up optisch kaschieren. Spezielle Abdeckprodukte wie Concealer und Camouflage-Make-up bieten eine effektive Möglichkeit, dunkle Flecken auszugleichen und den Hautton gleichmäßiger erscheinen zu lassen. Besonders bei großflächigen Verfärbungen oder Melasma können stark deckende Produkte mit hoher Pigmentierung hilfreich sein.
Für ein natürliches Ergebnis empfiehlt es sich, einen Farbkorrektor zu verwenden. Orangetöne neutralisieren dunkle oder bläuliche Verfärbungen, während grüne Korrektoren bei rötlichen Hyperpigmentierungen helfen können. Anschließend kann ein hautfarbener Concealer oder eine Foundation aufgetragen werden, um die Haut ebenmäßig wirken zu lassen.
Diese Methode eignet sich jedoch nur als vorübergehende Lösung und lässt die Pigmentflecken nicht verschwinden.
Welche Hyperpigmentierungen sind gefährlich?
Nicht alle Hyperpigmentierungen sind harmlos – in manchen Fällen können sie auf ernsthafte Hautveränderungen hinweisen. Besonders auffällig sind Pigmentflecken, die sich plötzlich verändern, asymmetrisch sind oder unregelmäßige Ränder aufweisen.
Eine gefährliche Form der Hyperpigmentierung ist das maligne Melanom, also schwarzer Hautkrebs. Es zeigt sich oft als dunkler, unregelmäßig geformter Fleck, der wächst oder seine Farbe verändert. Besonders gefährdet sind Menschen mit heller Haut, vielen Muttermalen oder häufiger UV-Belastung. Auch Lentigo maligna, eine Vorstufe des Melanoms, beginnt als harmlose Pigmentstörung und kann sich über Jahre hinweg bösartig entwickeln.
Ein weiteres Warnsignal sind dunkle Hautveränderungen, die plötzlich auftreten – vor allem an ungewöhnlichen Stellen wie Handflächen, Fußsohlen oder Schleimhäuten. Diese können auf seltene Erkrankungen wie Morbus Addison hinweisen, bei der eine Störung der Nebennierenrinde vorliegt.
Um gefährliche Pigmentveränderungen zu erkennen, hilft die ABCDE-Regel:
- Asymmetrie: Unregelmäßige Form statt runder Fleck
- Begrenzung: Fransen oder unscharfe Ränder
- Color (Farbe): Verschiedene Farbtöne in einem Fleck
- Durchmesser: Größer als 5 mm
- Entwicklung: Veränderung in Form, Farbe oder Größe
Fazit
Eine Hyperpigmentierung kann in zahlreichen Formen auf dem Körper auftreten. Um die richtige Methode der Behandlung zu wählen, ist es wichtig, die Flecken richtig einordnen zu können. Bei harmlosen Pigmentflecken hilft oft schon die richtige Hautpflege mit passenden Cremes, um die Haut ebenmäßiger wirken zu lassen. In der Regel sind die Pigmentflecken harmlos, doch um gefährliche Hautveränderungen ausschließen zu können, lässt sich die ABCDE-Regel anwenden. Bei Unsicherheit kann ein Besuch beim Hautarzt nicht schaden.
QUELLEN
- S. R. Desai: Hyperpigmentation Therapy: A Review; August 2014, PMCID: PMC4142815 PMID: 25161755
- S. Moolla, Y. Miller-Monthrope: Dermatology: how to manage facial hyperpigmentation in skin of colour; Mai 2022, PMID: 35720052 PMCID: PMC9165630 DOI: 10.7573/dic.2021-11-2
- https://www.krebsgesellschaft.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs.html

Simon Engelhardt