Pigmentflecken im Gesicht: Ursachen, Arten, Behandlung

Pigmentflecken im Gesicht: Ursachen, Arten, Behandlung

Redaktion, 30. März 2022

Pigmentflecken im Gesicht

Nicht jeder Pigmentfleck im Gesicht lässt sich so leicht wieder entfernen.

Flecken im Gesicht sind normal und jeder Mensch hat sie. Und obwohl sie jedem Gesicht Einzigartigkeit verleihen, sind sie für die meisten ein Makel. Pigmentflecken im Gesicht können unterschiedlicher Natur sein und meist entstehen sie erst im Laufe des Lebens. Die einen betrachten sie als Markenzeichen, die anderen suchen nach Wegen, um sie loszuwerden. Pigmentfleck ist nicht gleich Pigmentfleck und unter Umständen können sie auch auf eine gesundheitliche Gefahr hindeuten. Welche Arten von Pigmentflecken es gibt und wie man sie loswird, erfahren Sie hier.

Was sind Pigmentflecken?

Die verschiedenen Flecken im Gesicht sind unterschiedlicher Natur. Unter dem Begriff Pigmentflecken werden sämtliche Hautveränderungen zusammengefasst, die eine Hyperpigmentierung bzw. Pigmentlosigkeit aufweisen. Pigmentflecken sind in der Regel harmlos, je nach Art des Pigmentflecks kann dieser jedoch einen Hinweis auf gefährliche Sonnenschäden auf der Haut geben.

Pigmentflecken können am ganzen Körper auftreten. Besonders häufig entstehen sie aber im Gesicht in verschiedenen Ausprägungen. Pigmentflecken können angeboren oder erworben sein. Insbesondere mit zunehmendem Alter bilden sich bei vielen Menschen auffällige Pigmentflecken.

Unser Tipp bei Pigmentflecken

Unser Tipp bei Pigmentflecken

Welche Arten von Pigmentflecken im Gesicht gibt es?

Pigmentflecken sind nicht gleich Pigmentflecken. Es gibt sie - je nach Ursache - in unterschiedlichen Arten.
Altersflecken sind eine der bekanntesten Arten von Pigmentflecken. Sie sind rund bis linsenförmig und bräunlich gefärbt. Altersflecken - auch Sonnenflecken genannt - sind das Resultat von übermäßiger Sonneneinstrahlung. Dabei wird die Haut durch oxidativen Stress unwiderruflich geschädigt und ein früher Zelltod hervorgerufen. Somit können die Regenerations- und Stoffwechselprozesse nur noch eingeschränkt stattfinden, was auch den Abbau von Melanin beeinflusst. Das Hautpigment Melanin häuft sich infolgedessen in der Hautoberfläche an und es entstehen Altersflecken. Die Flecken treten meist erst im fortgeschrittenen Alter auf und bilden sich vorwiegend im Gesicht.

Sommersprossen treten ebenfalls sehr häufig im Gesicht auf. Hat ein Mensch Sommersprossen, so liegt eine genetische Veranlagung dafür vor. Bei geringer Sonneneinstrahlung z.B. im Winter sind sie bei vielen nicht sichtbar. Erst bei ausreichend starker UV-Strahlung kommen sie zum Vorschein. Sommersprossen sind nicht anderes als eine angeborene Hyperpigmentierung. Die Flecken können dabei vereinzelt oder angehäuft auftreten und sind meist nur wenige Millimeter groß. Sommersprossen sind in der Regel heller als Altersflecken und damit klar von diesen abzugrenzen.

Muttermale bzw. Leberflecke sind eine weitere Form von Pigmentflecken, die im Gesicht auftreten. Muttermale sind grundsätzlich ungefährliche Hautveränderungen, die z.T. sehr unterschiedliche Erscheinungsbilder haben. Sie können flach oder erhaben sein, sind hautfarben, braun oder fast schwarz eingefärbt und können wenige Millimeter bis Zentimeter groß werden. Muttermale können angeboren und auch erworben sein. Vor allem bei Menschen mit einer hellen Haut bilden sich im Laufe des Lebens häufig neue Leberflecken. Im Gegensatz zu Altersflecken oder Sommersprossen besteht bei Muttermalen die Gefahr, dass sie sich bösartig verändern.

Melasmen bzw. Chloasmen sind Pigmentveränderungen im Gesicht, die überwiegend Frauen betreffen. Ein Melasma ist eine großflächige, ungleichmäßig geformte Hyperpigmentierung, die meist während oder nach der Schangerschaft entsteht. Am häufigsten bildet sich die Pigmentstörung auf der Stirn, den Wangen oder über der Oberlippe. Bei einem Melasma handelt es sich um einen kosmetischen Makel, von dem keine gesundheitliche Gefahr ausgeht. Ursache für die Entstehung eines Melasmas sind hormonelle Veränderungen, die die Melaninproduktion in den pigmentbildenden Zellen anregen. Verstärkt wird diese Problematik durch die Sonneneinstrahlung, denn sie verstärkt die Hyperpigmentierung lässt die Flecken noch dunkler erscheinen.

Pickelmale zählen ebenfalls zu den Pigmentflecken, die vermehrt im Gesicht auftreten können. Bei Pickelmalen handelt es sich um Überreste von Pickeln und Pusteln, die meist rötlich bis bräunlich eingefärbt und nur wenige Millimeter groß sind. Genauer sind Pickelmale vernarbtes Gewebe, das aufgrund des einst entzündeten Pickels eine Hyperpigmentierung entwickelt haben. Auch vermehrtes Ausdrücken kann dazu führen, dass nach Abheilen des Pickels Pigmentanhäufungen zurückbleiben. Pickelmale treten vor allem bei Menschen auf, die unter Akne leiden oder gelitten haben bzw. dazu neigen, Unreinheiten aufzukratzen.

Weiße Pigmentflecken sind eine Sonderform der Pigmentflecken. Hierbei liegt keine Hyperpigmentierung vor, sondern das Hautpigment Melanin fehlt gänzlich. Oftmals ist es Narbengewebe, in dem sich kein Melanin mehr einlagert. Eine weitere Ursache ist die Weißfleckenkrankheit, auch Vitiligo genannt. Bei dieser Autoimmunerkrankung werden aus noch ungeklärten Gründen die körpereigenen Pigmentzellen zerstört, sodass die Haut ihre Farbe verliert. Die weißen Pigmentflecken selbst sind harmlos, allerdings neigt die Haut aufgrund des fehlenden Pigments an diesen Stellen verstärkt zu Sonnenbrand. Während sich dunkle Pigmentflecken meist mit verschiedenen Mitteln aufhellen lassen, kehrt bei weißen Pigmentflecken das Melanin nicht mehr zurück.

Was sind die Ursachen für Pigmentflecken im Gesicht?

Wenn Pigmentflecken entstehen, kann das unterschiedliche Ursachen haben. Abgesehen von angeborenen Hyperpigmentierungen ist es vor allem die UV-Strahlung, die den größten Einfluss ausübt.


Die meisten Arten von Pigmentflecken sind angehäuftes Melanin. Melanin wird in den pigmentbildenden Zellen - den Melanozyten - hergestellt. Sobald die Sonnenstrahlen auf die Haut treffen, finden in der Haut Oxidationsprozesse statt. Im Vordergrund steht dabei die Oxidation des Enzyms Tyrosinase, weshalb die Melaninproduktion auch enzymatische Bräunung genannt wird.

Die Bildung vom Hautpigment Melanin ist eine Schutzreaktion des Körpers. Die UV-Strahlung bewirkt die Freisetzung von freien Radikalen, die die Zellen angreifen. Das Pigment verhindert schwere Schäden der Zell-DNA und schützt somit vor bösartigen Veränderungen. Im Laufe der Zeit wird das Melanin normalerweise wieder gleichmäßig abgebaut. Allerdings können verschiedene Faktoren dazu führen, dass stellenweise verstärkt Pigment angelagert bzw. ungleichmäßig abgebaut wird und Pigmentstörungen entstehen:


  • Alter (langsame Zellregeneration, langsamer Stoffwechsel)
  • Hormonelle Veränderungen (Schwangerschaft, Anti-Baby-Pille, Wechseljahre)
  • Phototoxische Duftstoffe z.B. Furcocumarine
  • Abnutzungspigment Lipofuszin
  • Verletzungen und Narben

Pigmentflecken entfernen: Was hilft gegen Pigmentflecken im Gesicht?

Pigmentflecken im Gesicht mögen zwar harmlos sein, doch für die meisten sind sie ein störendes Merkmal. Insbesondere bei Pigmentstörungen wie Melasmen und dunklen Altersflecken suchen Betroffene nach einer schnellen Lösung. Es gibt verschiedene Produkte und Wege, um Pigmentflecken aufzuhellen bzw. vollständig zu entfernen. Je nachdem um welche Art Pigmentstörung es sich handelt, helfen entweder Beauty-Produkte, Mittel aus der Apotheke oder auch nur der Gang zum Hautarzt.

1. Make-Up

Wer nach einer schnellen und sofortigen Lösung bei Pigmentflecken im Gesicht sucht, der sollte auf Make-Up zurückgreifen. Mit Hilfe von Foundation, Concealer und Puder lassen sich Unebenheiten und Pigmentstörungen im Gesicht vorübergehend abdecken. Mit der richtigen Technik wie z.B. Color Correction können Sommersprossen und Pickelmale sogar so gut abgedeckt werden, dass sie nicht mehr sichtbar sind - zumindest so lange, bis das Make-Up wieder abgeschminkt wird.

2. Hausmittel gegen Pigmentflecken im Gesicht

Um Sommersprossen, Altersflecken und Muttermale loszuwerden greifen viele zunächst zu Hausmitteln. Hausmittel zählen zu den Methoden mit der geringsten Wirkung, daher eignen sie sich mehr als Ergänzung und weniger als alleiniges Mittel zur Entfernung von Pigmentflecken. Folgende Hausmittel können dabei helfen, dunkle Flecken im Gesicht aufzuhellen:


  • Zitrone: Zitronensaft ist das bekannteste Hausmittel gegen Pigmentflecken im Gesicht. Die Säure hat eine bleichende Wirkung und das enthaltene Vitamin C funktioniert wie ein chemisches Peeling. Auf diese Weise können die überpigmentierten Stellen schrittweise abgetragen und somit verblasst werden.

  • Apfelessig: Apfelessig enthält reichlich Fruchtsäure, die in konzentrierter Form in der Kosmetik als Fruchtsäurepeeling zum Einsatz kommt. Regelmäßig punktuell aufgetragen kann Apfelessig die Aufhellung von Sommersprossen oder Altersflecken beschleunigen.

  • Rote Zwiebel: Die rote Zwiebel kann im Kampf gegen Pigmentflecken im Gesicht ebenfalls erfolgreich eingesetzt werden. In der Schale sind Stoffe enthalten, die das Enzym Tyrosinase hemmen. Dadurch wird die Melaninbildung beeinträchtigt und Flecken im Gesicht vorgebeugt.

3. Bleichcremes gegen Pigmentflecken im Gesicht

Eine weitere Möglichkeit, um Pigmentstörungen im Gesicht aufzuhellen, sind kosmetische Produkte. So enthalten Bleichcremes spezielle Wirkstoffe, die Altersflecken, Melasmen und Co. schrittweise aufhellen können.

Die Biovolen Aktiv Kressesalbe mit Aktivkresse kann Altersflecken schonend verblassen, ohne die umliegende Haut zu bleichen. Gleichzeitig versorgt sie die Haut als Tages- bzw. Nachtpflege mit Feuchtigkeit. Kresse-Extrakt besitzt antioxidative Eigenschaften und wirkt in vitro wie ein Tyrosinasehemmer. Somit kann auch die Entstehung neuer Pigmentflecken vorgebeugt werden.


Andere Wirkstoffe, die häufig in Beauty-Produkten bzw. Bleichcremes mit aufhellender Wirkung eingesetzt werden, sind:


  • Kojisäure: Kojisäure wird aus den Mycelien von Pilzen gewonnen und hat eine tyrosinasehemmende Wirkung. Die Anwendung kann Nebenwirkungen verursachen, der Einsatz von Kojisäure in kosmetischen Produkten ist in der EU jedoch nicht geregelt.

  • Azelainsäure: Azelainsäure kommt aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung vor allem bei Hautkrankheiten wie Rosacea und Akne zum Einsatz. Sie verhindert entzündliche Prozesse in der Hautoberfläche, die auch für die Bildung von Pigmentflecken verantwortlich sind.

  • Arbutin: Arbutin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der aus Heidekraut- und Rosengewächsen gewonnen wird. In der Haut wird Arbutin gespalten zu D-Glucose und Hydrochinon. Hydrochinon ist ein Melaninhemmer, der lange Zeit in Kosmetika zur Aufhellung von Pigmentflecken im Gesicht zum Einsatz kam. In seiner Reinform ist Hydrochinon aufgrund der Nebenwirkungen in der EU mittlerweile verboten.

  • Vitamin A: Vitamin A und seine Abkömmlinge wie Retinol gehören zu den am besten erforschten Wirkstoffen in der Beauty-Industrie. Sowohl Medikamente als auch Kosmetika enthalten Retinoide in unterschiedlichster Konzentration. Sie gelten als effektives Anti-Aging-Mittel, denn sie besitzen antioxidative, regenerierende und peelende Eigenschaften. Auf diese Weise können nicht nur Falten, sondern auch Sonnenschäden wie Pigmentflecken im Gesicht reduziert werden.

4. Chemische Peelings gegen Pigmentflecken im Gesicht

Für eine ebene und makellose Haut sind chemische Peelings unverzichtbar. Chemische Peelings bestehen aus Alphahydroxy- oder Betahydroxysäuren. Die Bezeichnung “Säure” täuscht. AHA und BHA entfernen schonend abgestorbene Hautschuppen und regen die Zellerneuerung an. Mit Hilfe der Peelings lassen sich Pigmentstörungen wie Altersflecken, Pickelmale aber auch Sommersprossen im Gesicht schrittweise aufhellen, ohne dass die Haut angegriffen oder beschädigt wird.

Zugleich regen chemische Peelings die Kollagenproduktion in der Haut an. Damit kann bei regelmäßiger Anwendung ein ebenmäßiges und gestrafftes Hautbild erzielt werden.

5. Laserbehandlung gegen Pigmentflecken im Gesicht

Der schnellste und meist auch kostspieligste Weg, um Pigmentflecken im Gesicht zu entfernen, ist eine Laserbehandlung.

Mit dem Laserstrahl können Anhäufungen von Melanin gezielt "gesprengt" werden. Die Überreste des Farbstoffs werden anschließend über den Stoffwechsel abgebaut oder über die Lymphe abtransportiert. Auf diese Weise lassen sich sowohl Altersflecken, als auch Pickelmale und Muttermale entfernen. Auch großflächige Hyperpigmentierungen wie Melasmen und Chloasmen können so in mehreren Sitzungen aufgehellt werden. Unter Umständen entstehen kleine Wunden bzw. Krusten, die abheilen müssen.

Wie schnell verschwinden Pigmentflecken im Gesicht wieder?

Wenn Pigmentflecken erst einmal auf der Haut auftauchen, ist ihre Entfernung - je nach Methode - oft langwierig. Vor allem dann, wenn es sich um großfläche Pigmentstörungen handelt. Während eine Laserbehandlung bereits nach kurzer Zeit Erfolge zeigt und die Flecken im Gesicht vollständig entfernen kann, nehmen Methoden wie kosmetische Peelings oder Hausmittel mehr Zeit in Anspruch. Meist dauert es wenige Wochen, bis Pigmentflecken verblassen oder gar verschwinden.

Je nach Intensität und Größe des Flecks kann es auch passieren, dass er nicht mehr gänzlich verschwindet.

Wie kann man Pigmentflecken im Gesicht vorbeugen?

Die Behandlung von Hyperpigmentierungen im Gesicht erweist sich oft als langwierige und unter Umständen kostenintensive Angelegenheit. Um sich diesem mühseligen Weg zu sparen und Pigmentflecken vorzubeugen, sollten folgende Dinge beachtet werden:


  • Schutz vor UV-Strahlen: Wenn es um die Hautalterung geht, ist die Sonne der größte Feind der Haut. Vor allem das Gesicht ist der Sonne am stärksten ausgesetzt. Um Pigmentflecken zu verhindern, sollte täglich ein Sonnenschutz im Gesicht verwendet bzw. die Haut im Gesicht vor der Sonne geschützt werden. Sowohl im Sommer, als auch im Winter. Damit können nicht nur Pigmentstörungen, sondern auch andere Alterserscheinungen wie Falten vorgebeugt werden.

  • Pickel nicht ausdrücken: Entzündete Pickel oder auch Mitesser sollten niemals ausgedrückt werden. Das kann eine Infektion auslösen und dazu führen, das Narbengewebe und Hyperpigmentierungen entstehen. Besser ist es, Mittel wie Teebaumöl oder Zink aufzutragen und den Pickel abheilen zu lassen.

  • Solarium meiden: Solarien sind die künstliche Sonne und ebenfalls schädlich für die Haut. Sie tragen einen wesentlichen Teil zur Entstehung von Pigmentflecken im Gesicht bei und lassen die Haut schneller altern. Aus diesem Grund sollten Solariumsbesuche vermieden werden.

  • Hormonpräparate vermeiden: Die Einnahme von Östrogenpräparaten erhöht den Hormonspiegel. Das wiederum kann die Melaninproduktion beeinflussen und Hyperpigmentierungen verursachen. Insofern es möglich ist, sollte auf die Einnahme von hormonell wirksamen Mittel daher verzichtet werden.

  • Peelings: Chemische Peelings und Fruchtsäurepeelings sind eine effektive Möglichkeit, Alterserscheinungen und somit auch Pigmentflecken vorzubeugen. Sie schützen die Zellen und unterstützen ihre Regeneration. So werden Hyperpigmentierungen sanft abgetragen und durch gesunde Hautzellen ersetzt.


QUELLEN

  • Jean-Paul Ortonne, Donald L. Bissett: Latest Insights into Skin Hyperpigmentation. 2008.
  • J. Dissemond, T. Franckson, G. Fitz, U. Hillen & M. Goos: Hyperpigmentierung des Gesichts. 2003.
  • Marta Rendon, Mark Berneburg, Ivonne Arellano, Mauro Picardo: Treatment of melasma. 2006.
  • Electra Nicolaidou, Andreas D. Katsambas: Pigmentation disorders: hyperpigmentation and hypopigmentation. 2014.