Aktinische Keratosen: Ab wann zum Arzt?

Natalja Felsing

14. Oktober, 2021

Aktinische Keratose: Ab wann zum Arzt?

Aktinische Keratosen gelten als Alarmsignal der Haut, denn sie ein Zeichen dafür, dass die Sonne bereits starke Schäden angerichtet hat. Aus diesem Grund sollten diese Hautveränderung unter strenger Beobachtung stehen, denn sie können sich schnell zu einem bösartigen Tumor entwickeln. Lesen Sie hier die wichtigsten Informationen zu aktinischen Keratosen und wann Sie damit zum Arzt gehen sollten.

Aktinische Keratosen wann zum Arzt

Was ist eine aktinische Keratose?

Die aktinische Keratose, auch solare Keratose genannt, ist ein Zeichen von Sonnenschäden auf der Haut. Dabei ist die Keratose selbst zwar gutartig, doch sie stellt bereits eine Hautkrebsvorstufe zum bösartigen weißen Hautkrebs, dem Plattenepithelkarzinom, dar. Sie tritt erst im fortgeschrittenen Alter auf und betrifft vor allem Menschen ab dem 50. Lebensjahr. Meist entsteht eine aktinische Keratose im Gesicht, aber auch andere Stellen des Körpers können betroffen sein.

Weitere Bezeichnungen für die aktinische Keratose sind senile Keratose, aktinische Präkanzerose Lichtkeratose bzw. Photokeratose.

Info: Was ist ein Plattenepithelkarzinom?

Ein Plattenepithelkarzinom, auch Spinaliom genannt, ist nach dem Basalzellkarzinom die zweithäufigste bösartige Hautkrebserkrankung. Das Plattenepithelkarzinom ist eine Form vom hellen Hautkrebs. Dabei bilden sich bösartige Tumore in den Keratinozyten (Plattenepithelzellen), die ein wichtiger Bestandteil der Epidermis sind.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung von aktinischen Keratosen?

Ähnlich wie bei Altersflecken sind aktinische Keratosen das Ergebnis jahrelanger Hautschädigung durch die UV-Strahlung der Sonne. Aus diesem Grund stellen sie auch eine Vorstufe von hellem Hautkrebs dar. Die Gefahr geht dabei nicht nur von natürlicher UV-Strahlung aus, sondern auch von der künstlichen Sonne bzw. Solarien. Ausgedehnte Sonnenbäder und vor allem Sonnenbrände erhöhen dabei das Risiko, eine Hautkrebsvorstufe wie die aktinische Keratose und weitere Lichtschäden auf der Haut zu entwickeln

UV-Strahlung als Auslöser

Treffen die UV-Strahlen wiederholt und über einen längeren Zeitraum hinweg auf die ungeschützte Haut, entstehen freie Radikale. Dabei handelt es sich um reaktionsfreudige und aggressive Sauerstoffmoleküle. Diese Sauerstoffverbindungen lösen in den Zellen des Körpers oxidativen Stress aus. Sind die Hautzellen vermehrt der schädlichen Wirkung der freien Radikale ausgesetzt, wird eine genetische Veränderung in den Zellen ausgelöst. Die Zellen beginnen zu mutieren, was sich zunächst erst in einer harmlosen Hautveränderung und im Laufe der Zeit auch durch die Entstehung von Hautkrebs äußern kann.

Weitere Risikofaktoren

Eine aktinische Keratose ist in erster Linie das Resultat von Sonnenschäden auf der Haut. Die bisherige Dosis an UV-Strahlung, der die Haut bisher damit ausgesetzt war, ist damit der größe Risikofaktor. Es können jedoch auch weitere Risikofaktoren die Bildung einer aktinischen Keratose begünstigen. Dazu gehören:

  • Alter: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, eine aktinische Keratose zu entwickeln. Denn mit dem Alter steigen auch die Stunden, denen die Haut der Sonneneinstrahlung ausgesetzt war.

  • Genetik: Liegen eine Veranlagung zu (bösartigen) Hautveränderungen oder Erbkrankheiten in der Familie vor, ist auch die Entstehung von aktinischen Keratosen wahrscheinlicher.

  • Hauttyp: Menschen mit einem hellen Hauttypen aufgrund des fehlenden Hautpigments Melanin stärker zu Sonnenbränden. Das steigert das Risiko für Sonnenschäden wie Altersflecken, Keratosis und auch Hautkrebs.

  • Beruf & Freizeit: Ein weiterer Risikofaktor ist die Tätigkeit im Freien. Ob beruflich oder in der Freizeit - wer viel draußen unterwegs ist und die Haut nicht vor den UV-Strahlen schützt, entwickelt eher aktinische Keratosen.

  • Geschlecht: Studien haben gezeigt, dass Männer öfter von aktinischen Keratosen betroffen sind als Frauen. Bei ca. 6 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer in Europa entsteht im Laufe der Zeit eine aktinische Keratose.

  • Geschwächtes Immunsystem: Ist das Immunsystem krankheitsbedingt oder nach einer Operation geschwächt, haben es mutierte Zellen leichter sich zu vermehren.

Welche Symptome zeigen sich bei einer aktinischen Keratose?

Eine aktinische Keratose zeigt sich auf der Haut typischerweise in Form von rötlich-braunen oder hautfarbenen und rauen Stellen auf der obersten Hautschicht. Diese sind scharf begrenzt und können feste Schuppen aufweisen. Im Laufe der Zeit nimmt die Verhornung bzw. Schuppen zu und der Fleck verdickt sich. Eine aktinische Keratose kann wenige Millimeter aber auch mehrere Zentimeter groß sein und sind meist rundlich oder oval.

Wo treten aktinische Keratosen auf?

Die Hautveränderung tritt typischerweise an den Stellen auf, wo die UV-Strahlung der Sonne besonders häufig ungehindert auf die Haut auftrifft. Diese Bereiche werden auch als Sonnenterrassen bezeichnet. Meist bilden sich einer aktinischen Keratose gehäuft mehrere Flecken auf einmal, sie kann gerade anfangs aber auch als einzelner Fleck auftreten.


Am häufigsten entsteht die solare Keratose dabei im Gesicht, speziell auf der Stirn und der Nase, aber auch auf den Lippen, Ohrmuscheln und Wangen. Bei Männern und Frauen mit Glatze ist das Risiko besonders hoch, dass sie eine aktinische Keratose auf der Kopfhaut entwickeln.


Weiterhin tritt eine aktinische Keratose häufig auf den Handrücken und Unterarmen und auch im Dekolleté auf.

Sind aktinische Keratosen gefährlich? Wann Sie zum Arzt sollten

Aktinische Keratosen sind eine gutartige Hautveränderung, die in den meisten Fällen einen komplikationslosen Verlauf aufweisen. Allerdings gelten sie als Krebsvorstufe (Präkarzinom) und sollten daher unter einer besonderen Beobachtung stehen.


Hat sich eine aktinische Keratose gebildet, ist das ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Haut eines Menschen unter jahrelanger Sonnenbestrahlung gelitten hat. Damit ist das allgemeine Hautkrebsrisiko - ob schwarzer oder weißer Hautkrebs - stark erhöht. Bleibt diese Veränderung unbeobachtet und damit unbehandelt, können die Zellen weiter mutieren und in die tieferen Hautschichten vordringen. Es bilden sich bösartige Tumore, die sich in Form von Metastasen im Körper verbreiten können.

Wann muss ich zum Arzt?

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie eine Veränderung beobachten, sollte diese immer von einem Hautarzt abgeklärt werden. Nur ein Mediziner kann eine genaue Diagnose stellen und im Zweifelsfall eine Gewebeprobe entnehmen um Hautkrebs auszuschließen.

Wurde bereits eine aktinische Keratose diagnostiziert, gilt es diese im Auge zu behalten. In jedem Fall sollten Sie den Arzt aufsuchen wenn:


> starke Verhornungen und Verhärtungen sowie Schuppenbildung entstehen
> Schmerzen, Blutungen und Juckreiz auftreten

> die aktinische Keratose sich plötzlich flächenmäßig stark ausbreitet

> Geschwüre oder Knötchen entstehen

Aktinische Keratosen entfernen: Vorbeugung und Behandlung

Damit aktinische Keratosen gar nicht erst entstehen, spielt die Vorbeugung eine besonders große Rolle. Mit den Maßnahmen sollte bereits so früh wie möglich begonnen werden. Aber auch wenn sich bereits erste Anzeichen zeigen oder sich bereits Flecken gebildet haben, sind vorbeugende Maßnahmen sinnvoll, um eine Verschlechterung in Richtung Hautkrebs zu vermeiden. Folgende Maßnahmen zur Vorbeugung empfehlen sich hierbei:

  • tägliche Verwendung eines Sonnenschutzes mit hohem Lichtschutzfaktor

  • Sonnenhut, Sonnenschutzkleidung bei starker Sonneneinstrahlung tragen (insbesondere bei Menschen mit Glatze oder dünnem Haar)

  • Mittagssonne und Solarien meiden

  • regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Hautarzt wahrnehmen

  • Einnahme von Vitamin B3 (hilft laut neuesten Studien, Sonnenschäden auf der Haut zu reparieren)

Zeigen sich bereits aktinische Keratosen auf der Haut, können diese von einem Hautarzt behandelt werden. Die Art der Behandlung ist abhängig von der Ausprägung und und Lokalisierung der Keratose. Die Diagnostik erfolgt anhand von Spezialkameras sowie Gewebeproben, die unter dem Mikroskop im Labor untersucht werden. Folgende Therapien sind zur Behandlung einer aktinischen Keratose möglich:

  • Kältetherapie/ Vereisung: Bei dieser Methode wird die Keratose mit flüssigem Stickstoff behandelt und so vereist (Kryotherapie).

  • Photodynamische Therapie (PDT): Die photodynamische Therapie ist ein Verfahren in der Dermatologie, bei der eine Substanz auf die Haut aufgetragen wird, die die Haut lichtempfindlich macht. Anschließend wird die betroffene Stelle mit Licht bestrahlt und das veränderte Gewebe so zerstört.

  • Behandlung mit Salben/ Medikamenten: Aktinische Keratosen können oberflächlich auch mit Salben und Cremes behandelt werden. Dabei werden verschiedene Wirkstoffe eingesetzt z.B. Zytostatikum 5-Fluorouracil, Salicylsäure, Imiquimod). Die Behandlung erfolgt über mehrere Tagen oder Wochen hinweg.

  • Lasertherapie: Laser werden in der Dermatologie vielfältig eingesetzt. Mit Hilfe des gebündelten Lichts können Verhornungen in der Oberhaut wie bei einer aktinischen Keratose gelöst werden.

  • Operativer/ minimalinvasiver Eingriff: Bei größeren und tiefergehenden Papeln wird die Keratose unter örtlicher Betäubung mittels eines scharfen Löffels oder einer Biopsiestanze aus der Haut herausgeschnitten und ggf. im Labor auf bösartige Veränderungen untersucht.


QUELLEN

  • https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/aktinische-keratose.html. Abgerufen am 13.10.2021
  • D. Dejaco, U. Hauser, B. Zelger, H. Riechelmann: Aktinische Keratose. 2015.
  • https://flexikon.doccheck.com/de/Aktinische_Keratose. Abgerufen am 13.10.2021.